Das Triathlonjahr 2011 in Österreich - Teil 2

Bei den Herren stellten heuer zwei Herren ihr Können bei den ITU-Weltcupbewerben unter Beweis. Die beiden Salzburger Andreas Giglmayr und Franz Höfer zogen zu Jahresbeginn aus – um sich Olympia-Qualifikationspunkte zu sichern.

Giglmayr startete stark in das Jahr 2011 mit den Plätzen 11 und 4 bei zwei Bewerben zum Oceania-Cup. Bei den danach folgenden Weltcup und World-Championship Bewerben belegte er Plätze zwischen Rang 21 und 52. Zu erkennen ist dabei, dass Giglmayr im Schwimmen und Radfahren meist mithalten kann, im Laufen aber zu viel Zeit einbüßt. Man darf gespannt sein, wie weit er sich in der abschließenden Disziplin noch steigern kann. Derzeit belegt er Rang 56 in der Weltrangliste.

Franz Höfer hatte heuer im Weltcup nicht gerade viel Erfolg. Kleine Verletzungen warfen ihn immer wieder aus dem Aufbau und auch das Leistungsniveau war nicht immer so, wie er sich das selbst vorgestellt hat. Nach dem Schwimmen fehlt ihm meist der Kontakt zur Spitzengruppe und diese Lücke lässt sich beim Radfahren kaum schließen. Wenn doch, dann fehlte zuletzt die Energie fürs Laufen. Ab Mitte der Saison holte sich Höfer bei österreichischen Bewerben mit einer langen Liste an Siegen wieder Selbstvertrauen. Neben dem Staatsmeistertitel über die Mitteldistanz konnte er noch Tagessiege beim Mostiman, am Mondsee und in Krems (alle Kurzdistanz) erreichen. Bereits zu Beginn der österreichischen Triathlonsaison holte er sich Rang 1 beim Sprinttriathlon in Braunau. Zu welchen Disziplinen es ihn 2012 zieht, darf man mit Spannung erwarten.

Etwas überraschend holte sich ein weiterer Salzburger, Lukas Hollaus, heuer den österreichischen Staatsmeistertitel über die olympische Distanz und verwies dabei Höfer auf Rang 2 und Paul Reitmayr (Vorarlberg) auf Rang 3. Nach dem Sieg beim Sprintbewerb in Obertraum startete Lukas Ende des Jahres noch beim Europacupbewerb in der Türkei und erreichte dort den hervorragenden sechsten Gesamtrang mit einer ausgezeichneten Laufleistung. Da Lukas ja bereits über die längeren Distanzen gute Platzierungen erreicht hat, wird es auch bei ihm interessant werden, welche Distanzen er in Zukunft favorisiert.

Wer tat sich sonst noch bei Österreichischen Bewerben über die Sprint- und Kurzdistanz hervor:

Berger Dominik, ehemaliger Kurzdistanz-Kaderathlet, konzentrierte sich 2011 vor allem auf seine erste Langdistanzsaison. Das hielt ihn aber selbstverständlich nicht davon ab, auch bei den kürzeren Distanzen sein Können unter Beweis zu stellen. Als bester Österreicher beim WTC-Bewerb 5150 in Klagenfurt schaffte er es in die Top 10. Zusätzlich erreichte er noch einen Tagessieg in seiner derzeitigen Wahlheimat Innsbruck sowie einen 2ten Gesamtrang in Krems (beide Kurzdistanz).

Christian Birngruberaus Oberösterreich sicherte sich mit dem Sieg beim Dreiländer-Crosstriathlon seinen ersten Staatsmeistertitel und holte sich „nebenbei“ noch Siege in Traun, Gmunden, Römersee, Linz (alle Sprintdistanz) und den Titel Steeltownman (Kurzdistanz).

Nikolaus Wihlidal, der Vielstarter aus Niederösterreich, holte sich auch heuer einige Topplatzierungen. Darunter Siege beim Auseetriathlon (Sprintdistanz) und Langau (Kurzdistanz) und ein zweiter Platz bei der Kurzdistanz in Obergrafendorf waren die erfolgreichsten Platzierungen über die kürzeren Distanzen.

Altmeister Gerald Will aus Wels, der sich komplett auf Crosstriathlonbewerbe konzentriert, konnte neben dem Sieg beim Crosstriathlon am Wolfgangsee und dem Sieg beim Ötztal-Crosstriathlon auch die Bronzemedaille bei der Staatsmeisterschaftswertung erringen.

Der Vorarlberger Paul Reitmayr konnte heuer seine Ziele nicht ganz erreichen: ein dritter Platz bei der Kurzdistanz-Staatsmeisterschaft auf der Donauinsel, jeweils zweite Plätze am Sulmsee und beim Lustenauer Ironmänli sowie ein dritter Platz beim Sprint am Jannersee (alle Sprintdistanz).

Der für den HSV Kärnten startenden Christoph Lorber erreichte Siege bei der Kurzdistanz in Kirchbichl sowie beim Sprint in Velden. Außerdem noch einen dritten Rang am Faakersee und zu Beginn der Saison schon den Staatsmeistertitel im Kurzdistanzduathlon.

Der gebürtige Innsbrucker Tom Thalhammer erzielte heuer einen Tagessieg in Pöttsching (Kurzdistanz), Rang 2 in Gmunden (Sprint) und Rang 4 am Faakersee (Kurzdistanz). Sein Schwerpunkt lag aber 2011 ganz klar auf den längeren Distanzen wie der 70.3 WM in Las Vegas oder Langdistanz-Challenge Roth, wo er gute Leistungen zeigte.

Euer

Thomas Doblhammer

(Sportwissenschafter und Trainer)