Das Triathlonjahr 2011 in Österreich - Teil 1

Eines der wichtigsten und schönsten Ereignisse in der abgelaufenen Saison war der dritte Platz der jungen Kärntnerin Lisa Perterer beim ITU Weltcup in Edmonton (CAN) Mitte des Jahres. Lisa war ja kein unbeschriebenes Blatt, bereits 2009 und 2010 konnte sie bei der Junioren EM und in Europacupbewerben sehr gute Platzierungen erreichen. Mit dieser tollen Platzierung hat der österreichische Verband doch etwas unerwartet plötzlich eine realistische Kandidatin für die Olympiaqualifikation 2012 in London. Ganz konnte Lisa ihren Stockerlplatz von Edmonton zwar im Anschluss nicht bestätigen, aber sie erreichte immerhin noch einen 7ten Platz beim Weltcup in Mexiko, einen 15ten Platz beim Weltcup in Hamburg, den 13ten Platz beim Weltcup in Tiszaujvaros (HUN) sowie Rang 29 bei der ITU Sprint WM in Lausanne (FRA). Derzeit belegt sie in der Weltrangliste Platz 42 und im Olympiaranking Platz 75 – derzeit leider noch kein Quotenplatz für Österreichs Damen.

Neben Perterer startet auch Lydia Waldmüller regelmäßig im Weltcup. Sie belegt dort derzeit Rang 91 und liegt im Olympiaranking auf Platz 102. Die 25jährige ehemalige Schwimmerin und Absolventin der Rechtswissenschaft sammelt ebenfalls klein aber fein ihre Punkte, allerdings reicht ihre Laufleistung derzeit noch nicht für die vorderen Platzierungen.

Abseits der großen Weltcupbühne konnte heuer Eva Wutti (Mitteldistanz-Staatsmeisterin 2010) völlig überraschend den Staatsmeistertitel über die olympische Distanz auf der Wiener Donauinsel gewinnen. Da sowohl Perterer wie auch Vorjahressiegerin Waldmüller nicht anwesend waren, konnte der Stärke beim Radfahren und Laufen von Wutti keine Konkurrentin etwas entgegensetzen. Mit über einer Minute Vorsprung gewann sie vor Irina Kirchler.

Irina Kirchler war 2011 eine der großen Abwesenden auf der Triathlonbühne in Österreich. In Wien sicherte sie sich noch den Vizestaatsmeistertitel, aber gesundheitliche Probleme ließen die Tirolerin nicht richtig auf Touren kommen. Hoffen wir, dass es 2012 wieder besser wird!

Was tat sich bei Österreichischen Bewerben über die Sprint- und Kurzdistanz:

Die 21jährige Sportwissenschaftsstudentin aus Graz, Slavinec Romana, konnte sich insgesamt 6 Siege bei heimischen Bewerben sichern (Sulmsee-Sprint, Großsteinbach-Sprint, Faakersee-Kurzdistanz, Kirchbichl-Kurzdistanz, Thermentriathlon-Kurzdistanz, X-Trim Kurzdistanz). Bei der Staatsmeisterschaft über die olympische Distanz erreichte sie zudem Silber in der Altersklasse U23 und Bronze in der allgemeinen Klasse.

Daniela Rechberger, die schnelle Physiotherapeutin aus Linz, siegte insgesamt vier Mal (Traun-Sprint, Gmunden-Sprint, Braunau-Sprint, Steeltownman-Kurzdistanz). Mit Stockerlplätzen in Krems (Rang 3) und am Ausee (Rang 2) kamen noch zwei weitere gute Ergebnisse dazu.

Sylvia Gehnböck konnte neben ihren beiden Siegen beim Apfellandtriathlon (Kurzdistanz) und in Neufeld (Kurzdistanz) bei weiteren 5 Bewerben den zweiten Gesamtrang erreichen. Die Vielstarterin hat heuer nicht weniger als 30 Bewerbe im Triathlon, Radfahren und Laufen absolviert!

Fürnkranz Simone konnte heuer ein wenig überraschend die Staatsmeisterschaft über die Mitteldistanz für sich entscheiden – dazu aber in Teil 3 mehr. Über die kürzeren Distanzen war die für Union Langenlois startende Athletin auch sehr erfolgreich. Neben zwei Siegen in  Krems (Kurzdistanz) und Langau (Kurzdistanz) stehen auch noch die zweiten Plätze beim Mostiman (Kurzdistanz) und in Obergrafendorf (Kurzdistanz) zu Buche.

Rudolf Michaela ist eigentlich Spezialistin auf den langen Distanzen, konnte sich aber beim Triathlon in Krems (Kurzdistanz) und am Ausee (Sprint) auf das Siegertreppchen kämpfen.

Die angehende Unfallchirurgin Zelenka Bettina, ebenfalls mehr auf den langen Distanzen zu Hause, musste heuer aufgrund ihres Studiums in der Vorbereitung ein wenig zurückstecken. Ein Sieg am Ausee (Sprint), ein zweiter Platz in Langau (Kurzdistanz) und zum Saisonstart in Obergrafendorf (Kurzdistanz) Rang 3. Auch über sie mehr im dritten Teil.

Ebenfalls auf Mittel- und Langdistanz beheimatet ist Maria Weißenbacher. Die 27jährige Adneterin konnte sich mit den Siegen in Zell am See (Kurzdistanz) und in Bürmoos (Sprint) aber auch im „Kurzen“ stark präsentieren.

Steinecker Simone aus Oberösterreich, eine bekannt starke Crosstriathletin, startete heuer mit einem dritten Gesamtrang in Braunau (Sprint) in die Saison. In ihrer Spezialdisziplin, der eher welligen Art des Triathlons, konnte sie neben den Tagessiegen beim Phyrn-Priel-Crosstriathlon und dem Drei-Länder-Cross auch den Titel der österreichischen Staatsmeisterin erringen.

Trotz dieser vielen sehr guten Leistungen und Ergebnisse, muss man leider auch dieses Jahr wieder feststellen, dass die Damenfelder insgesamt eher mager besetzt sind. Während man beim Blättern der Herrenergebnisliste eine Weile zu tun hat, ist jene der Damen meist sehr überschaubar. Triathlon ist ein äußert attraktiver Sport, ich hoffe es trauen sich in den nächsten Jahren mehr Damen an den Start. Denn wie heißt es immer: Konkurrenz belebt das Geschäft!

In diesem Sinne folgt bald Teil 2: Herren Sprint- und Kurzdistanz 2011!

Stay tuned!

Euer

Thomas Doblhammer

(Sportwissenschafter und Trainer)