Mit letzter Kraft zum ersehnten Podiumsplatz

Die zweite Austragung des Race Across Pohorje ist Geschichte. Und für mich endete das extrem anspruchsvolle Rennen mit einem Happy End: ich belegte nach beherzten Schlusssprint den dritten Rang und konnte mich über das nächste Spitzenresultat der Saison freuen.

Doch bis ich mich im Ziel freuen konnte, war ein langer Weg zurück zu legen. Das Rennen führte über 320 Kilometer und bis zum Ziel in Maribor waren beinahe 7000 Höhenmeter zu bewältigen. Das Rennen wurde als Ultramarathon ausgetragen. Das bedeutet, dass ein gemeinsamer Start erfolgte und das Windschatten fahren erlaubt war.

Als wäre die Topografie des Rennens nicht schon Herausforderung genug, erschwerte das Wetter den Teilnehmern die Fahrt noch zusätzlich. Die ersten Stunden waren von Regenschauern geprägt. Probleme bereitete vor allem die Kälte in den Abfahrten.

Bereits nach 35 Kilometern übernahm ich trotz Schlechtwetters die Initiative. Mein Angriff sprengte das Feld und eine sechs Mann starke Spitzengruppe konnte sich heraus kristallisieren. Am dritten von sechs langen Anstiegen verloren zwei weitere Fahrer den Anschluss an die Gruppe.

Die Vierergruppe fuhr bis zum vorletzten Anstieg geschlossen dem Ziel entgegen. Doch an genau diesem Berg merkte ich, dass das harte Race Around Slovenia mir noch immer in den Knochen steckte. Kein Wunder, ist es doch schließlich erst vor drei Wochen über die Bühne gegangen. So musste ich meine drei Konkurrenten ziehen lassen und den Gutteil der letzten drei Stunden alleine zurücklegen.

Den ersten Platz fuhren gleich zwei Athleten ein: die beiden Slowenen Tadje Blatnik und Uros Komac fuhren bereits das Race Around Slovenia als Zweierteam. Das eingespielte Team fuhr Rad an Rad in Maribor über die Ziellinie.

Am Fuße des letzten Berges betrug mein Rückstand auf den Drittplatzierten Mitja Rok bereits zwei Minuten. Doch mit letzter Kraft konnte ich mich bis zum Gipfel an den Slowenen heran arbeiten. So musste ein Zielsprint nach über 300 Kilometern über den letzten verbleibenden Podiumsplatz entscheiden. Ich mobilisierte die letzten Reserven und konnte mit einem 500 Meter langen Zielsprint Rok auf Distanz halten.

Mit dem dritten Platz konnte ich das Optimum aus diesem Rennen herausholen. Dementsprechend zufrieden zog ich nach dem Race Across Pohorje Bilanz: „Der dritte Platz ist wie ein Sieg für mich. Aber dieses Rennen war definitiv eines der härtesten, die ich in meiner Karriere bisher bestritten habe.“.

Nun gibt es eine kurze Trainingspause, bevor ich mich auf den Saisonhöhepunkt im August vorbereite: die Titelverteidigung beim Race Around Austria.