Mit einem dicken Klos im Hals hat sich Snowboard-Star Sigi Grabner von seinem Heimpublikum verabschiedet. Im letzten Rennen seiner 20-jährigen Profikarriere auf österreichischem Boden fuhr der 38-jährige Kärntner im zweiten Parallel Slalom von Bad Gastein auf Platz 13 und wurde nach seinem Achtelfinal-Aus von den heimischen Fans und dem örtlichen OK gebührend gefeiert.
„Es war zwar nicht das Topp-Ergebnis, das ich mir erhofft habe, aber dennoch sehr schön. Mich haben meine Freunde und das Publikum vor Ort richtig hochleben lassen. Ich bin immer noch ganz ergriffen. Ich muss gestehen, dass mir das Reden schwer fällt“, sagte der zweimalige Weltcup-Titelträger, der zudem der erste österreichische Snowboarder war, der in Bad Gastein ein Parallel-Rennen gewinnen konnte, nach der Veranstaltung am Buchebenhang sichtlich gerührt.
Die lokalen Organisatoren und der langjährige Sponsor Red Bull hatten der Raceboard-Ikone einen Kaiserstuhl ins Ziel gestellt, von dem aus der Wahl-Andorraner die K.o.-Duelle zu Ende schauen konnte.
Trotz aller Emotionen im Rahmen des drittletzten Weltcups seiner Karriere, den der Russe Vic Wild vor Zan Kosir (SLO) und Simon Schoch (SUI) für sich entschied, vergaß Grabner aber nicht den Blick aufs Wesentliche: die sportliche Situation.
„Es ist natürlich bitter, nachdem ich sehr gut gefahren bin, mit nur drei Hundertstel Rückstand auf Sylvain Dufour auszuscheiden. Aber ich habe gefightet bis zum Schluss und eine gute Show geboten.“
Genau diesen Schwung und Einsatzwillen will der Olympia-Dritte von 2006 mit ins nächste und um die Olympiastartplätze entscheidende Rennen am 18. Januar in Rogla (Parallel Riesentorlauf) nehmen: „Das ist in sechs Tagen. Da ist eine gute Vorbereitung gefragt. Da muss ich einen raushauen. Ich hoffe, ich kann in Slowenien mein Olympiaticket lösen“