Dieser Radmarathon für Einzelstarter sowie auch Mannschaften wird nun seit vielen Jahren in der ländlichen Gegend rund um Grieskirchen/OÖ durchgeführt. Veranstalter ist der Radclub Grieskirchen. Mich selbst führte in diesem Jahr die Einladung von Radsport Sommer in das Innviertel, der ich – trotz vollem Terminkalender – gerne folgte.
Das Team rund um meinen Radhändler des Vertrauens (http://www.cycleshop.at/) war zwölf Mann stark, was die maximale Anzahl für ein Bigteam darstellte. Aufgrund des im Vgl. zur Konkurrenz gehobenen Durchschnittsalters ist das Nomen „Mann“ ganz bewusst gewählt. Die Wechselzone befand sich, wie jedes Jahr, nach Start/Ziel, knapp vor der Stadtausfahrt Grieskirchen wo es auf eine 21,5 KM lange, kupierte Schleife ging. Die einzelnen Startgruppen (Einzel-, Zweier-, Vierer-, Big- und Businessteams sowie die Bewerbe über 6 Stunden) wurden tlw. versetzt gestartet, was angesichts des großen Starterfeldes eine sehr gute Prävention zur Vermeidung von „Asphalttattoo´s“ darstellte. Unser „Anfahrer“ im heurigen Jahr war der erfahrene und wettkampfharte Helmut Mayr aus Marchtrenk, gleichsam unser stärkster Fahrer. Nach zwei Runden fand die erste Übergabe statt, am Anschluss derer ich noch sehr gut unserer Position in der Spitzengruppe behaupten konnte. Naturgemäß verliert sich der Kontakt zur Spitze über die ersten Stunden, v.a. wenn das Team nicht ausnahmslos mit Athleten in gleichem Niveau besetzt ist. Dies war von unserem Betreuer jedoch kalkuliert, weshalb sehr lange eine Position zw. Platz drei und sechs gehalten werden wurde.
Mit Fortdauer der Veranstaltung zeichnete sich jedoch mehr und mehr ein Leistungsunterschied zwischen den einzelnen Teams ab – und was deutlich ernüchternder stimmte – das unfaire Verhalten der Kontrahenten auf und neben der Strecke. „Kleine“ Regelverstöße mal abgesehen, konnte man bei vielen Teams ein System dahinter vermuten. Traurig, dass etwa das starke Team der ÖSV Nordics Powered by DB Schenker nicht ohne regelwidrige Wechsel am laufenden Band auskamen. Zur Spitze trieben es jedoch die Herren rund um das Team 4201 Panalpina Team 2. Mit viel taktischem „Geschick“ wurde der Defekt des Timing-Chips eines Teilnehmers bei der Rennleitung reklamiert (es stellt sich die Frage, wie bei einem achtköpfigen Team erst im vierten Durchlauf eine defekte Zeitnehmung erkannt wird, noch dazu, wo alle „Spitzenteams“ ständig online die aktuellen Rennzeiten verfolgten. Anm.). In einer nicht nachvollziehbaren Willkür wurde anschließend von der Rennleitung eine der schnellsten Rennrunden einfach vier mal manuell nachgebucht! Diese völlig sinnentleerte Aktion spülte dieses Team schlagartig einige Plätze nach vorne.
Es war wenig verwunderlich das es u.a. auch eben dieses Team war, das in der letzen Rennrunde mit der gesamten Mannschaft auf der Strecke postiert war, um ihren letzten Fahrer zu einer schnellen Rennrunde zu „ziehen“. An dieser Stelle braucht wohl nicht extra erwähnt werden, dass dies einen klaren Regelverstoß darstellt. Die besagten Teams wurden von mir ganz bewusst namentlich genannt, da sich angeführte Vorgänge jederzeit nachweisen lassen und ein solches Auftreten m.E. nach „an den Pranger gestellt „ werden muss!
Bleibt letztlich das Resümee, dass ein großer Teil der Teilnehmer von ambitionierten Hobbysportlern gebildet wird, die mit viel Herzblut an solche Rennen heran gehen. Deren Leistung wurde u.a. von der Rennleitung zugunsten einiger weniger „prominenterer“ Teams mit Füßen getreten. Die Stimmen derer, die in erster Reaktion im kommenden Jahr nicht mehr an der Veranstaltung teilnehmen wollten, waren nicht wenige. Bleibt zu hoffen, dass Veranstalter und Sponsoren daraus lernen und künftig einen faireren Wettkampf ermöglichen.
PS: um diesbez. Anfragen vorzugreifen: tats. ist auch in unserem Team ein Wechselfehler geschehen, dieser wurde jedoch sofort bei der Rennleitung gemeldet und mit 5´ Min. Zeitstrafe sanktioniert.