Ötztaler Radmarathon 2011

Die Anreise am Samstag mit Stau von Salzburg bis Innsbruck, Temperaturen um die 10°C und Schneefall bis auf 1800 Meter, machte mich als Schönwetterradfahrer schon etwas nervös. In Sölden (Samstag 15:00) verzogen sich die Regenwolken und es schaute auch die Sonne vorbei - eine sehr eindrucksvolle Kulisse mit den frischbeschneiten Bergen.

Die Startunterlagenabholung war extrem entspannt und sehr gut organisiert. Beim anbringen der Startnummern (eine am Lenker, eine am Trickot) outete ich mich als Neuling in der Szene. Vom Laufen gewohnt brachte ich die Startnummer vorne am Trickot am. Naja da man meine Startnummer am Lenker gut lesbar war hatte ich wenigstens eine Nummer die man von vorne lesen konnte.

Am Sonntag gab es um 5:00 Frühstück, danach noch der übliche Toillettengang um vielleicht doch noch einige Nervositätströpfchen los zu werden. Die Startaufstellung war extrem Eindrucksvoll und bei meinem Platz schön im Mittelfeld durfte ich 9:54 Mintuen warten bis auch ich auf die Strecke konnte.

Von Sölden (1.377 m) nach Ötz (780 m) geht es rasant bergab und der beste Streckenabschnitt für mein Rad. Ich fuhr mit meinem Zeitfahrrad, da mein Straßenrennrad schon etwas älter ist und etwa 12 kg wiegt. Bis Ötz konnte ich viele Plätze gut machen und in Ötz sowieso, da viele am Straßenrand standen um sich die warmen Sachen auszuziehen, damit man für die erste Steigung bereit ist - das Kühtai (2.020 m). Ich zog meine Windjacke während der Fahrt aus frei nach dem Motto - " Wenn man es nicht in den Beinen hat sollte man es im Kopf haben."

Zum Kühtai rauf wurde ich von 140 Radlern überholt --> beim runterrollen nach Innsbruck (575 m) durfte ich wieder an 125 vorbei radeln. Eine fast ausgeglichene Bilanz. Bei der Anfahrt zum Brenner (1.377 m) konnte ich noch gut mithalten. Bei etwa der Hälfte zum Brenner war ich in einer Gruppe von etwa 300 Mitindividualisten. Streß pur. Auf einem Abschnitt von 5 - 10 km sah ich vier Stürze (z.B. wegen einer verlorenen Trinkflasche, einer kann noch ausweichen den Nächsten erwischt es und drei vier weitere stürzen mit). Nach etwa 2/3 zum Brenner war mein Akku leer und freute mich am Brenner auf die Abfahrt nach Sterzing/Vipiteno (950 m und 135km). So jetzt begannen die Berge. Der Jaufenpass (2.090 m). Die Erinnerungen an dem Jaufen beschränken sich rein auf meine Krämpfe und das ich irgendwie drüber bin - es war die HÄRTE, ich verlor 450 Plätze). Runter nach Sankt Leonhard/San Leonardo  (700 m) konnte ich mich wieder erholen und auch einige wieder überholen.

Bei der Auffahrt zum Timmelsjoch merkte ich erstmals was für ein super Tag das es ist und ich konnte auch ein bisserl was von der tollen Kulisse aufnehmen. Timmeljoch ging super - "Mike is back". Runter nach Sölden schnupfte ich noch einige und rein ins Ziel. Im Ziel: kein Streß alles relaxt, genau was ich brauch.

Ich bin froh das ich durchgekommen bin, somit muß ich mir das nicht mehr antun.