Steil, steiler … Craft Bike Trans Germany 2011 powered by Nissan!

"Tour de France" der Mountainbiker ...

Wer sich vergangene Woche in den Regionen Sonthofen, Pfronten, Lermoos, Garmisch oder am Achensee aufhielt, dem sind die vielen Radler mit ihren komischen Nummern bestimmt irgendwann auf die Nerven gegangen.

Denn vom 01. – 04. Juni 2011 fand die diesjährige Craft Bike Trans Germany powered by Nissan statt. 1151 von 1200 gemeldeten Startern machten sich dann am regnerischen 1. Juni morgens um 9:30h auf den Weg die erste Etappe nach Pfronten zu bewältigen. 68,24km und 2557 Höhenmeter mussten die vielen Biker bei eher schmuddeligem Wetter unter die Pneus bringen. Doch erstmal hieß es für die vielen Breitensportler – Warten. Denn gleich der erste Anstieg war für die vielen Zweiräder viel zu eng, sodass das anfängliche Traum-Vorhaben „die Lizenzfahrer hinter sich zu lassen und das Rennen zu gewinnen“, gleich mal einen derben Dämpfer erhielt. Weiter ging es dann auf steilen aber befahrbaren Schotterwegen in Richtung Pfronten. Bei der abendlichen Pasta-Party wurden die erschöpften Radler dann mit stimmungsvoller Volksmusik durch den Abend geleitet – die Freude war den Bikern in die Gesichter geschrieben.

Zur zweiten Etappe, welche mit 78,18km und 2298 Höhenmetern nicht weniger anstrengend und anspruchsvoll werden sollte, ging es dann von Pfronten ist beinah benachbarte Lermoos. Die anfängliche Anspannung vorbei, die erste Etappe geschafft und die ersten Kontakte wurden geknüpft. Denn irgendwie waren beinah immer die gleichen Biker oder zumindest die gleichen Helme, Trikots und Bikes um einen herum. Die ersten Bekanntschaften hörten aber abrupt nach Zieleinfahrt auf – denn bei der abendlichen Pasta-Party waren ja alle ohne Helme da – und ein Gesicht mit Helm sieht irgendwie ganz anders aus, wie ohne Helm … naja, die Zeit wird es bringen!

Was auch ein absolutes Highlight der 2. Etappe war, war die Zieleinfahrt über den Freeride-Trial in Lermoos. Ein perfekter Downhill mit atemberaubender Ausfahrt direkt in den Zielbereich der Veranstalter. Ein Trail, der jedes Bikerherz ein paar Schläge aussetzen lässt … Zur Pasta-Party und zum Essen sollte ich dann lieber keine Sätze niederschreiben – denn dies könnte mir zum Nachteil ausgelegt werden. Nur so viel – ein Tag ohne Nudeln (oder was auch immer das war) tut auch mal ganz gut!!!

Der Start zur dritten Etappe nach Garmisch Partenkirchen wurde vom Sonnenschein verwöhnt. Die Länge der Etappe wuchs zwar auf 83km an, doch mussten die Biker einen Berg weniger bewältigen. So bleiben „nur“ noch 1881 Höhenmeter übrig um von den vielen Bikes „überfahren“ zu werden. Viele Biker freuten sich schon auf die eher entspanntere Etappe, doch 80km und 1881hm sind eben doch auch ein Wort und nicht nur auf einem Rad zu schaffen.

Nachdem die ersten beiden Berge geschafft dann waren, ging es eher flach zum letzten Berg dieses Tages. Hier hatte die Veranstalter vollkommen zu Recht das Ziel auf die Spitze des Berges – der Partnachalm - gelegt und nicht, wie ursprünglich geplant, in die Stattmitte von Garmisch. Denn die Abfahrt von der Alm nach Garmisch war zu gefährlich um sie im Renncharakter abzufahren. Deshalb rollten die meisten Biker auch relativ entspannt in Garmisch ein … bis 300m vor dem ursprünglichen Ziel. Denn die letzten 300 Meter konnte man (so es die Beine noch wollten) bei der Sprintwertung nochmal ALLES geben. Was hier negativ bewertet werden kann und auch sollte, ist das vorzeitige „Ausgehen“ der alkoholfreien Biervorräte. Trotz allem dem war meines Erachtens nach Garmisch Partenkirchen in Sachen Bikewash, Pasta-Party und allgemeinem Ambiente das Etappenziel schlecht hin. Richtige Köche .. also so ganz in Weiß und so … boten einem verschiedene Nudeln, Soßen oder Wurstsalat an, Freigetränke, mehrmaliges Tellerfüllen erlaubt … während es in Lermoos auch verschieden Nudeln waren – halt alle in einem Kneul samt Gewürzen und Käse (glaub ich halt).

Die 4. und letzte Etappe führte von Garmisch an den Achensee. Hier sollten insgesamt 105,53km und knappe 2000 Höhenmeter gemacht werden. Aufgrund von Genehmigungsproblemen wurde diese Etappe auf zwei Wertungsetappen und eine „gemeinsame Radtour“ geändert. Soll heißen, die ersten ca. 33km waren unter Zeitnahme zu absolvieren – die folgenden 30 – 35km gehörten zur Kategorie „neutralisiertes Rennen“ (wobei man die Schönheit der Gegend so richtig genießen konnte) – die letzen ca.30 – 35km galten wieder der Zeitnahme. Dies hatte zur Folge, dass die letzte Teiletappe zwar nochmal über einen Berg mit 680 hm am Stück führte, sich aber als krönender Abschluss dieses Etappenrennens erwies. Hatte man den letzten Berg hinter sich, so konnte man auf 10 km entlang des Achensees direkt nach Maurach ins Ziel fahren.

Was für die Gruppe der lizenzierten Fahrer wohl zum alltäglichen Geschäft gehört, beförderte den Feld-, Wald- und Wiesenbiker in Regionen der vollen Euphorie. Mit voller Freude und Erschöpfung radelte man nur dem einen Ziel entgegen – dem Finisher-Trikot der Craft Bike Trans Germany 2001 powered by Nissan.

Fazit – ein Etappenrennen mit vielen hochprozentigen Anstiegen und knackigen Abfahrten. Wer sich aber gegenüber dem Radl, den Kollegen und den Trials mit Respekt verhielt, der konnte diese erstklassige Tour auch in vollen Zügen genießen. Meinen allergrößten Respekt zolle ich den Begleit-Motorrädern. Diese Fahrer sind alle von uns geradelten Trial und Downhills mit ihren Motorrädern abgefahren und waren immer zur rechten Zeit an der rechten Stelle – RESPEKT!