Der Fluch mit der Luft im Pneu …
Noch 4 Wochen bis zum lang ersehnten Event – Trans Germany … da würde sich doch so ein Marathontest sicher gut in den Trainingsplan einfügen lassen. Gesagt … gedacht … getan. Die Familie am freien Samstag morgens um 6 Uhr aus den Federn geschmissen, rein ins Auto und los geht die 2-stündige Fahrt ins schöne Neckartal im Odenwald. Ein kleiner Radsportverein hat zum 4 Runden – Marathon der Mountainbiker geladen. 66km und 1200 hm … gerade richtig um den persönlichen Leistungsstand zu testen. Doch zuvor steht natürlich noch das Juniorrennen auf der Liste. Ein paar Meter auf der Wiese, weiter durch den Wald und dann – oh Schreck – durch nen wahrhaftigen Bike-Parcour. Steilkurven, Hügelformationen, Schotter, Steine Staub … die Augen von Vater und Sohn wurden immer größer. Doch nach ein paar Proberunden hat sich der Junior mit einem Grinsen im Gesicht und voller Euphorie in den Parcour gestürzt … weg war die Angst vor Steilkurve und Co!
Punkt 13 Uhr kam dann der Startschuss für die großen Jungs und Mädels unter uns Bikern. Erst ne Einführungsrunde durch das schöne, teilweise dann doch verschlafene Örtchen und dann ab in Richtung des einzigsten Hügels weit und breit. Den Körper mit Kohlenhydraten vollgepumpt, die Flüssigkeitsspeicher zu Ozeanen erweitert und den Fokus auf einen Platz unter den Top 30 … so startete ich die „Erstbesteigung“ des Rennens. Schotterpiste, Waldweg, Wiesenpfad und Wurzeltrial flogen nur so dahin unter meinen Pneus. Das Rennen entwickelte sich zum echten Spaß, denn schließlich war ich ja beinah austrainiert. Den Gipfel des sogenannten Katzenbuckels erklommen, ging es auf steinigen, verwinkelten Wurzeltrails wieder steil in Richtung Tal hinab. Kurve nach rechts … Kurve nach links … Jump über ein paar Wurzeln … und voll auf nen fest im Boden verankerten Stein, Felsen, Himalaja. Nach dem riesen Schlag blieb dann das befürchtete „Blob Blob Blob“ nicht lange aus. Kurzer Blick auf den hinteren Pneu und alle Ambitionen waren zunichtegemacht. Der Pneu glich eher einer Luftmatratze als einem harten MTB-Reifen. Ok, dachte ich, Du hast ja nen Ersatzschlauch dabei. Kurzes Time-out zum Reifenwechsel und dann mit ein paar Minusminuten weiter. Doch meistens kommt es anders, als man denkt oder sich wünscht. Den neuen Schlauch endlich drin kam die nächste Schockwelle – der Pneu hielt die Luft nicht. 3-4 Hübe mit der Pumpe und die Luft verdünnisierte sich schneller als sie rein ging. Ein genauer Blick auf den Pneu bestätigte die Befürchtung – das Ventil war mehr ein Angelhaken als ein Luftventil.
Aus anfänglicher Euphorie wurde ausgemachter Frust. Nicht, dass ein platter Reifen nicht vorkommen darf, aber dass der Ersatzschlauch ein defektes Ventil als eigen nennt, dass ich mehr als ärgerlich. Helm runter, Brille weg, Schuhe auf und zu Fuß in Richtung Familie.
So wurde aus einem Wettkampftag ein Tag mit eher wenig Wettkampf, dafür mit mehr Frust … Hauptsache der Junior hat sein Ding gefahren.
Bis zur nächsten Ausfahrt … der Radler aus dem Nachbarland!