Nur die ganz Harten ziehen ihr Lauftraining konsequent über den ganzen Winter durch. Der Durchschnittsläufer lässt sich aber leicht von Kälte, Schnee und Eis abschrecken. Das Ergebnis wird gerade jetzt beim Blick auf die Waage sichtbar. Es werden nämlich ein paar Kilo mehr angezeigt, die man nun so unbemerkt über die letzten Monate zusätzlich an Bauch und Hüfte mit sich herumträgt.
Jetzt ist aber nicht schwer nachzuvollziehen, dass zusätzliches Gewicht nicht gerade schneller macht. Im Gegenteil: 1 kg weniger bringt auf 10 km ca. 30 Sekunden, über den Halbmarathon 1 Minute und über den Marathon etwa 2 Minuten Zeitersparnis. Wie lange muss man trainieren, um auf diese Leistungssteigerung zu kommen? Allerdings hört man oft den Einwand: „Wie soll ich trainieren und gleichzeitig abnehmen? Da fehlen mir ja die nötigen Kalorien, die ich zur Erbringung der Leistung brauche!“. Dabei geht es nicht um das letzte Gramm, das man sich herunter hungern muss. Vielmehr um die oben erwähnten lästigen Kilos, die ohne irgendeinen Zusatznutzen im Winter einfach dazugekommen sind.
Peter Greif, ein ständiger Kämpfer gegen die schleichende Verweichlichung unserer Gesellschaft, schlägt ein einfaches Mittel vor: Mehr trainieren und weniger essen. Soll heißen: man kann essen was man will (oder was man eben immer isst), jedoch muss man aufhören, bevor man richtig gesättigt ist. Durch das vermehrte Training erlebt man in den ersten Tagen zwar eine Leistungseinbuße. Nach ca. 2 Wochen ist diese aber überwunden und nach 3 Wochen ist man dann wieder auf seinem optimalen Kampfgewicht. Dann erlebt man unerwartete Leistungssteigerungen!
Dass Peter Greif gar nicht so falsch liegt, lässt sich auch wissenschaftlich untermauern (nachzulesen etwa unter http://www.the-scientist.com/news/display/53602/): Gewisse Gene in den Zellen sind nämlich dafür verantwortlich, dass eine Stresssituation – wie etwa Kalorienreduktion – die Lebensdauer der Zelle steigern kann. Damit verlangsamt sich der Alterungsprozess der Zelle und die Leistung steigt.
Klingt ja ganz schön. Aber ohne dauerhaftes Training funktioniert es nur kurz. Schon drei Tage ohne Training führen wieder zur einer „Normalisierung“ der Zellen. Diese Zeit reicht bereits aus, um einen messbaren Leistungsrückgang feststellen zu können.