Bei seinem ersten Antreten in Kitzbühel entpuppt sich der flinke Portugiese Joao Sousa einmal mehr als Österreicher-Schreck, verhindert vor vollen Rängen am Center Court in einem Match auf Augenhöhe nur knapp die ganz große Sensation von Österreichs Shootingstar Sebastian Ofner. Im Finale erwartet ihn morgen ein Kitzbühel-Kenner und -Könner: Philipp Kohlschreiber steht dank Zwei-Satz-Sieg gegen Fabio Fognini in seinem dritten Kitzbühel-Finale.
Nach Gerald Melzer unterlag heute auch Sebastian Ofner dem 28-jährigen Joao Sousa knapp in zwei Sätzen, die jeweils erst im Tie Break entschieden wurden. In seinem ersten ATP-Semifinale lieferte Ofner einen wahren Zwei-Satz-Krimi gegen den schnellen Portugiesen, ließ immer wieder seine große Klasse aufblitzen, zeigte sich in den wichtigen Momenten des Spiels aber zu fehleranfällig. „Es war ein gutes Match von mir. Es war heute schwierig zu spielen, da war auch mehr Wind als in den vergangenen Tagen. Sousa hat sehr gut und unangenehm gespielt. Er kann mit der Vorhand quasi alles machen, was er will. Aber auch ich habe gut gespielt und gut mitgehalten. Zweimal im Tie Break zu verlieren, das ist natürlich sehr unglücklich. Unterm Strich war es ein gutes und enges Match und ein harter Fight mit dem ich sehr zufrieden bin", so Ofner, der die Herzen der Fans im Laufe der Turnierwoche im Sturm eroberte: „Ich bin sehr zufrieden, kann viele Sachen mitnehmen und positiv in die Zukunft schauen. Ich bin bereit für diese Bühne, weiß, dass ich mithalten kann, weiß aber auch, woran ich noch arbeiten muss. Ich hatte drei wirklich gute Siege und auch heute trotzdem eine gute Partie gespielt, das bringt mir viel für die Zukunft."
Wahl-Kitzbühler Kohli kämpft um zweiten Kitz-Titel
Die Hoffnungen auf einen einheimischen Sieger leben aber auch nach dem Ausscheiden der beiden Österreicher und liegen auf dem Wahl-Kitzbüheler Philipp Kohlschreiber. Während Sousa in seinem ersten Kitzbühel-Finale steht, zog Philipp Kohlschreiber heute mit einem verdienten Zwei-Satz-Erfolg gegen den Italiener Fabio Fognini nach 2012 und 2015 zum dritten Mal in ein Finalspiel hier ein. Kohli könnte damit der erst zwölfte Spieler sein, dem es gelingt, die Gamstrophäe gleich zweimal mit nach Hause zu nehmen: „Es geht mir von Tag zu Tag besser, die muskulären Probleme haben sich gelöst und bin mega glücklich im Finale meines Lieblingsturniers zu stehen. Joao Sousa ist ein alter Bekannter auf der Tour. Er ist ein harter Arbeiter, der nie aufgibt. Er spielt vielleicht kein typisches Sandplatztennis, aber man darf ihn auf keinen Fall unterschätzen."
Die Statistik spricht für den starken Portugiesen, wenn auch nur knapp: Dreimal trafen die beiden schon aufeinander, zweimal ging Sousa siegreich vom Platz, in Halle siegte aber zuletzt Kohlschreiber. Detail am Rande: Noch nie spielten die beiden aber auf Sand gegeneinander.