Edi Fuchs heißt der Sieger des 24-Stunden-Rennens in Kaindorf bei Hartberg. Nach einem turbulenten Rennen mit Sturz und kaputtem Rad kämpfte sich der fast aussichtslos zurückliegende Extremradsportler zurück an die Spitze und feierte gemeinsam mit seinem Teamkollegen einen Doppelsieg.
Zwei Mal konnte der gebürtige Radkersburger das 24-Stunden-Rennen in Kaindorf bei Hartberg schon gewinnen. Auch in diesem Jahr war das Ziel für den Steirer wieder der Sieg. Als letzte Belastungsprobe vor dem Race Around Austria im August trat Fuchs an, um seinen Titel in Kaindorf zu verteidigen.
Rund 60 Einzelstarter, das Rennen war so stark besetzt wie nie zuvor, stellten sich gestern um 18 Uhr der Herausforderung. Das "Langmann & Partner Powerteam", das in den letzten beiden Jahren rund um Edi Fuchs aufgebaut wurde, war mit starken Fahrern in der Favoritenrolle. Allen voran Joachim Ladler, Ex-Elite-A-Fahrer, mit dem Edi Fuchs schon vor 15 Jahren gemeinsam Rennen bestritt.
Das Rennen begann ungemein schnell. Ladler setzte bereits zu Beginn eine Attacke, die den Rest der Konkurrenz zu beschäftigen wusste. Edi Fuchs machte sich nach rund 4 Stunden auf die Verfolgung, schüttelte alle Konkurrenten ab und war bis auf 10 Sekunden an den Spitzenfahrer herangefahren, als ihm plötzlich ein Staffelfahrer zu Sturz brachte. Fuchs fuhr mit gebrochenem Schaltauge weiter und verlor viel Zeit.
Als er endlich auf das Ersatzrad steigen konnte, war sein Rückstand bereits auf fast 10 Minuten angewachsen und er war auf Platz sechs zurückgefallen. "In dieser Phase hatte ich sehr mit mir zu kämpfen. Meine Moral war am Boden, ich war alleine, vorne haben sich Gruppen zusammengefunden und mein Rückstand wurde anfangs immer größer", so Fuchs kurz nach dem Rennen.
Doch der "Race Around Austria"-Sieger gab nicht auf, kämpfte sich auf dem Ersatzrad ohne Zeitfahraufsatz zurück. In den Morgenstunden befand er sich gemeinsam mit seinem Teamkollegen Thomas Stindl und dem Vorjahreszweiten Martin Puchberger gemeinsam auf der Verfolgung von Ladler. Der hatte zwischendurch einen Vorsprung von über 25 (!) Minuten und stand kurz vor der Überrundung seiner Verfolger.
Doch Ladler musste dem hohen Tempo irgendwann Tribut zollen und hatte den Verfolgern nichts mehr zuzusetzen. Runde für Runde kam Fuchs näher an Ladler heran. Martin Puchberger verlor nach gut 18 Stunden den Anschluss, Thomas Stindl rund 4 Stunden vor Schluss. So waren es die beiden Teamkollegen aus früheren Tagen, die das Rennen gemeinsam beendeten.
Für beide war klar, dass sie sich nach einem so langen Rennen nicht mehr auf der letzten Runde bekriegen werden und so überquerten sie nach 24 Stunden und 788 gefahrenen Kilometern Hand in Hand als Sieger die Ziellinie. Den kompletten Triumph für das Langmann & Partner Powerteam machte Thomas Stindl noch mit dem Dritten Platz perfekt.
Fuchs war nach dem Rennen überglücklich. "Nie hätte ich gedacht, dass ich nach dem Sturz noch einmal den Anschluss finde. Es ist schwer, wenn man nach 4 Stunden schon so weit zurück ist, und das, ohne Schuld daran zu haben. Es war ein großartiges Rennen, aber auch ein beinharter Kampf. Es war toll für mich, gemeinsam mit Joachim das Rennen als Sieger zu beenden. Uns verbindet eine Freundschaft, die schon unser halbes Leben hält. Wir waren vor 15 Jahren Teamkollegen und haben gemeinsam hunderte Rennen bestritten. Nun, 15 Jahre später, haben wir wieder einen gemeinsamen Triumph gefeiert", so die ersten Worte des glücklichen Siegers.
Auch die anderen Leistungen des LUP-Powerteams konnten sich sehen lassen. Sabine Willgosch belegte beim Solo-24h-Rennen Platz Zwei und die Viererstaffel kam auf einen guten Fünften Platz.
Mit seinem ersten Saisonsieg hat Edi Fuchs seine gute Form einmal mehr unter Beweis gestellt und befindet sich auf dem richtigen Weg Richtung "Race Around Austria".