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Sterbini gewinnt am Dobratsch

Foto: Josef Vaishar/cycling.photographyr

Die fünfte Etappe der 68. Österreich Rundfahrt von Millstatt nach Dobratsch gewann der Italiener Simone Sterbini im Alleingang. Bester Österreicher wurde Felbermayr-Profi Markus Eibegger als Dritter und Roth-Profi Matthias Krizek, der „Ausreißerkönig“ der Tour, eroberte das „Flyeralarm“-Punktetrikot.

Die Kärntner Seenetappe verband heute gleich sechs Seen (Millstätter-, Brenn-, Afritzer-, Ossiacher-, Wörther- und Faaker See) und endete zum dritten Mal in der Geschichte der Österreich Rundfahrt nach 2014 (Sieger: Evgeny Petrov) und 2015 (Sieger: Victor De La Parte) am Dobratsch, dem Hausberg der Villacher. Bei der dritten Bergankunft in Folge auf die Villacher Alpenstraße wartete der 16,5 Kilometer lange Schlussanstieg mit durchschnittlich 7,2 Prozent Steigung auf die Profis.

Acht Fahrer setzen sich ab

Gleich von Beginn an der 147,3 Kilometer langen Etappe von Millstatt zum Dobratsch wurde im Hauptfeld heftig attackiert. Nach zwölf Kilometern, unmittelbar nach Radenthein, formierte sich die erste große Spitzengruppe, die acht Profis umfasste: Velerio Agnoli (Astana), Anthony Perez (Cofidis), Nick van der Lijke (Roompot), Simone Sterbini (Bardiani), Gavin Mannion (Drapac), Andi Bajc (Amplatz BMC) sowie die beiden Österreicher Stephan Rabitsch (Felbermayr Simplon Wels) und Matthias Krizek vom Team Roth, der sich bereits auf der Glockneretappe in der Spitzengruppe des Tages befand und eine sehr aktive Rundfahrt fährt. Der Vorsprung wuchs bis zum Ossiacher See auf über sechs Minuten!

Krizek als Punktesammler

Im Hauptfeld hatte das Team CCC um den Gesamtführenden Jan Hirt alle Hände voll zu tun, die Fluchtgruppe nicht zu weit wegzulassen. Nach der 1. „Flyeralarm“-Sprintwertung in Feldkirchen nach rund 50 Kilometern, die Matthias Krizek gewann, unterstützte das Team Gazprom RusVelo die CCC-Mannen in der Verfolgungsarbeit. Bis Faak am See, nach mehr als 110 Kilometern, pendelte sich der Vorsprung der Spitze bei rund vier Minuten ein. Unterdessen gewann Ex-Staatsmeister Matthias Krizek die zweite Sprintwertung, wodurch er sich auf Rang zwei in der „Flyeralarm“-Punktewertung vorschob.

Fight am Dobratsch

Auch die letzte „Flyeralarm“-Sprintwertung des Tages in Faak am See ging an Krizek. Somit holt sich der „Ausreißerkönig“ der Tour heute auch das Punktetrikot! „Ich habe gestern noch arg gespürt. Gestern war ich 140 Kilometer in der Spitze, heute 120. Aber es hat sich gelohnt“, freute sich der 27-jährige Wiener. Unterdessen erreichte die Spitzengruppe mit 3:45 Minuten Vorsprung den Anstieg zum Dobratsch. Gleich in den ersten Kehren zerfiel die Spitzengruppe und im Hauptfeld hielten die Profis von CCC das Tempo hoch.

Etappensieg an Italien, Eibegger Dritter

In der Spitze konnte sich der erst 22-jährige Simone Sterbini absetzen. „Ich bin einfach gefahren und habe nie an den Etappensieg gedacht. Erst drei Kilometer vor dem Ziel mit rund zwei Minuten Vorsprung realisierte ich es“, jubelte der Bardiani-CSF-Profi über seinen ersten Sieg als Profi. Im stark dezimierten Hauptfeld waren alle Top-Favoriten vertreten. Rund 13 Fahrer erreichten den letzten Kilometer, wo der gestrige Etappenzweite David Belda und Markus Eibegger aktiv wurden. „Belda ging los und ich habe 500 Meter vor dem Ziel attackiert. Der Dobratsch liegt mir viel besser als der Großglockner, wo ich gestern richtig gelitten habe. Es war ein toller Tag für mein Team und mich. Am Dobratsch ist die Revanche für den Großglockner gelungen“, freute sich Eibegger über den dritten Etappenplatz!

Hirt verteidigt Führung souverän

In der Gesamtwertung gab es keine Veränderungen. Jan Hirt führt weiterhin vor Guillaume Martin und Vorarlberg-Profi Patrick Schelling. „Es war ein kontrollierter Tag heute. Aber dem Gesamtsieg bin ich einen großen Schritt näher gekommen. Wir wussten, dass heute ein wichtiger Tag Richtung Wien ist.“ Amplatz-BMC-Profi Hermann Pernsteiner liegt als bester Österreicher weiterhin an der sechsten Stelle. „Wir haben den Tag gut überstanden und am Dobratsch habe ich immer wieder das Tempo in der Verfolgergruppe gemacht. Ich wollte das Tempo hoch halten, damit niemand attackiert“, sagte Pernsteiner, der Träger des „Manner“-Trikots. 

Radfreak Franz Klammer: „Unsere Burschen präsentieren sich sehr gut!“

Franz Klammer, Abfahrtsolympiasieger von Innsbruck 1976, hat heute an der Seite von Ex-Profi und Kärntens Radbeauftragtem Paco Wrolich die Etappe live im Auto miterlebt: „Die Leistungen der Burschen sind gewaltig. Ganz besonders gut präsentieren sich heuer auch unsere Österreicher. Ich bin selbst begeisterter Radfahrer, auch wenn ich nach wie vor lieber mit den Skiern runter als mit dem Radl auf den Dobratsch rauf fahre. Die heutige Etappe in Kärnten war traumhaft und hat gezeigt, wie schön man bei uns Radfahren kann. Kärnten ist ein Radsportland.“

Morgen vorletzte Etappe der Ö-Tour

Morgen fällt um 11:00 Uhr vor der Oper Graz in der Franz Graf Allee der Startschuss zur sechsten und mit 204,3 Kilometern zweitlängsten Etappe der 68. Österreich Rundfahrt. Über Gleisdorf, Fürstenfeld und das südliche Burgenland mit Güssing führt die Strecke weiter nach Rechnitz und schließlich nach Stegersbach. Dort werden die Profis gegen 16:00 Uhr in der Kirchengasse erwartet.