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Wolfgangseelauf 2014 – Ein Erlebnisbericht

Der Wolfgangseelauf gilt in der Szene als eines der Monumente des österreichischen Laufsports. Mehrere Bewerbe über die unterschiedlichsten Distanzen locken jedes Jahr im Oktober tausende Sportbegeisterte in das schöne Salzkammergut. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Klassiker über die 27 Kilometer seit gefühlten Ewigkeiten auch auf meiner To-Do List steht. Deshalb ließ ich mich nicht zweimal bitten, als ich gefragt wurde, ob ich das sowieso schon hochklassig besetzte Team der Naturbackstube Honeder verstärken wolle.

So kam es, dass eine feine Delegation im Morgengrauen des 19. Oktobers nach St. Wolfgang aufbrach. Dort angekommen, vertrieben wir uns die Zeit bis zum Start mit ein paar lockeren Plaudereien und dem üblichen messerscharfen Fachsimpeln über Strecke, Konkurrenz, Verletzungen und Trainingsmethoden. Obwohl ich mir nicht allzu viel Hoffnung auf ein gutes Resultat machte, stieg die Anspannung während des Umziehens doch merklich. An der Linie dann die üblichen Verdächtigen: Sechs Kenianer, Valentin Pfeil, Robert Gruber und und und. Der Gesamtsieg rückte mit einem Schlag in weite Ferne, was mich aber nicht daran hinderte, die letzten Minuten bis zum Startschuss und die damit einhergehende Nervosität mit Smalltalk und Witzeleien zu überspielen.

Ein ohrenbetäubender Knall schickte die Meute auf ihre 27 Kilometer lange Reise. Bei Kaiserwetter positionierte ich mich von Beginn an mit Respektabstand hinter der Führungsgruppe. Im Gleichschritt mit Duathlon-Legende Karl Prungraber trabte ich mit 3'25min/km zum Fuße des Falkensteins. Meine Beine waren unheimlich gut und als fairer Sportsmann war es meine Pflicht, dies meine Konkurrenz wissen zu lassen. „Booaaah, heute geht’s locker, oder laufen wir so langsam?“, fragte ich den neben mir laufenden Modellathleten Prungraber. Keine Antwort, also dürfte das Tempo eher flott gewesen sein. Über den Falkenstein, einen Berg mit knapp 200 Höhenmetern, ließ ich mir bewusst Zeit, hatte doch Hubert Morawetz am Start dazu geraten, es eher verhalten anzugehen. Auf der anderen Seite des Hügels bereute ich meine Defensiv-Taktik keineswegs. Die Beine immer noch entspannt wie nach einer Massage, überholte ich so ziemlich alles, was ich zuvor ziehen gelassen hatte. Zeitweise lief es sich so leicht, dass ich die zahlreichen Zuseher zum Anfeuern und die spaliersitzenden Rollstuhlfahrer zur Laola animierte. Eine Weile duellierte ich mich mit Gerhard Lettner, der mir nichts schenkte und für dessen Begleitung ich äußerst dankbar war. Je länger das Rennen dauerte, desto besser mein Gefühl, auch wenn die letzten Kilometer hinauf nach St. Wolfgang freilich kein Spaß waren.

Im Ziel freute ich mich über eine Zeit von 1h42min, den zwölften Gesamtrang in einem hochklassig besetzten Feld und den hart erkämpften zweiten Platz im Team-Bewerb der Männer mit dem Naturbackstube Honeder Speedteam. Gelabt und gefeiert wurde im Anschluss an die Siegerehrung im Kreise des Honeder Teams mit Grillwürstel, köstlichen Honeder Mohnzelten, Bier und Kaffe. Grund dazu hatten wir genug, konnten die Jungs und Mädels der Honeder Naturbackstube insgesamt in Team- und Einzelwertung nicht weniger als 11 Stockerlplätze einfahren.

Meine Gratulationen gelten den Siegern sowie allen Finishern, aber auch den Veranstaltern, die einen toporganisierten, reibungslosen und hochklassigen Wettkampf auf die Beine stellten. Ich komme wieder. Dann stehen 1:39:59. Höchstens.