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In Linz beginnt’s! Schon wieder!

Damit dieser alte Werbeslogan nicht in Vergessenheit gerät, borge ich ihn mir hiermit aus. Der 15. Linz-Marathon beginnt heuer so bald im Jahr wie noch nie, für die Kinder sogar schon am Samstag. Pasta-Party-Gutschein per e-mail für die Golden Runners, das sind die, die den Linz-M mindestens 5x beendet haben. Die Startnummern bekommt man bei der Marathonmesse oben auf der Gugl neben dem Stadion in der Tips-Arena, einer Mehrzweck-Sporthalle,

Der Samstag gehört den Kindern die ihre Rennen im und beim Stadion austragen.

Die Franken sind wieder in der Stadt! Wir machen unsere Pasta Party am Samstag heuer zur Abwechslung im „il gusto“, ganz in der Nähe vom Ziel. Mit dabei die beiden marathon4you.de-Reporter Judith Strack und Andreas Bettingen.

Sonntag früh hat es 6,7°C und einen leicht Wolken verhangenen Himmel, kann aber als sonnig durchgehen. Etwas Wind. Manuela, Siggi und ich radeln zum Start, heuer schieben wir das Rad über die VÖEST-Brücke, denn die Eisenbahnbrücke steht nun nicht mehr zu Verfügung. Obwohl denkmalgeschützt, wird sie verschrottet, meines Erachtens ein Skandal. Nicht zu übersehen sind die Heißluftballons im Donaupark.

Den Start des ¼-Marathons sehe ich vom Dach des FitnessStudios wo es eine gut sortierte Start-Labe gibt. In der Startaufstellung treffe ich Stanislav mit Lauffreund aus Ostrava, Fredi auf der Spur nebenan, Ewald Z. nach einer Operation wieder fit startet weiter hinten.

Markus Wimmeder der seinen ersten Marathon in Angriff nehmen wird und mit dem ich vorgestern gross in der Zeitung war taucht in der Menge auf. Zeit für ein Foto. Weiters viele andere bekannte Gesichter.

Es hat noch keine 10°C, aber strahlenden Sonnenschein. Nun stehen noch mehr Leute als vorhin am Start: 4.200 Halbmarathonis, 1.100 Marathonis und 740 Startläufer der Vierer-Staffeln. Sehr viele Staffeln werden von Schülern gebildet, sie werden dafür sorgen, dass es ab km22 nicht so einsam ist auf der Strecke.

Alle möglichen Anstrengungen wurden heuer wiederfür einen neuen Streckenrekord unternommen. Viktor Röthlin hat erneut das Starterfeld der Spitzenläufer zusammen gestellt. Ich muss gestehen, für mich spielt es keine Rolle, mit welcher Zeit die schnellsten Läufer ins Ziel kommen. Von einem Weltrekord einmal abgesehen.

Um 09h30 geht es los. Erst die Bundeshymne, dann zu den Klängen von „An Tagen wie diesen …“ laufe ich etwa 2min nach dem Schuss aus dem Prangerstutzen über die Donau, eine weite Rechtskurve und gut 2km weiter auf der Autobahn. Ich wechsle ein paar Worte mit Gerhard Wally.

Von der Autobahn runter ist viel Stimmung. Hier wohnen viele Leute, entsprechend ist der Andrang an der Strecke. Nach km3 treffe ich Evi und übergebe ihr den Fotoapparat, das befreit.

Ab km4 bis nach km5 geht es leicht bergauf, mein ehemaliger Buchhaltungsprofessor ruft mir zu, Rainer wünscht mir Alles Gute, Ulli mit Enkerl, Lydia mit Enkerl feuern mich an, so ist das bei einem Heimmarathon. Bei km5 erreichen wir den höchsten Punkt der Strecke, links ein paar m vor mir läuft Werner Kroer, wir haben schon viele Marathons gleichzeitig bestritten.

Schon ab der ersten Labe gibt es zum Wasser auch Powerade, verdünnt im Becher.

Nun die Leonfeldner Straße stadteinwärts. Das Läuferfeld ist dicht, Gedränge gibt es aber keines, die zwei Fahrspuren sind breit genug. In Harbach winkt mir Familie Haslinger zu, Ingrid hat mich erkannt. Das Laufen fällt mir ziemlich schwer, dabei sind erst 7km absolviert. Einer schwenkt eine riesige Fan-Fahne vom FC Blau-Weiss Linz.

An der Kreuzung zur Ferihumerstraße ist die erste Blasmusikkapelle im Einsatz.

Es folgt der Anstieg rauf zur Nibelungenbrücke wieder über die Donau. Wir werden mit rhythmischer Musik beschallt. Auf der Brücke ruft einer: „He, da ist der Marathoni aus der Zeitung!“ und meint mich damit. Wegen einer Baustelle am rechten Donauufer fehlen da die Zuschauer. Dafür ist der Zuschauerandrang beim Lentos-Museum gewaltig. Die ¼Marathonis haben dort ihre Ziellabe und viele von denen sind nach da und nutzen ihre Logenplätze mit erstklassigem Blick auf die Strecke. Margarete ist darunter. Die war sicher wieder schnell, denke ich mir.

Die nächste Labe lasse ich aus, ich versorge mich aus meiner Poweradeflasche damit sie leichter wird. Der erste Staffelwechsel steht bevor. Ambros steht da mit einer Staffel-B-Startnummer. Ich dachte, der wäre beim Marathon gemeldet, hm.

Eng ist der Weg durch die auf ihren A-Läufer wartenden Staffelteilnehmer. Nach 57min habe ich 10km hinter mir. Die Gruberstraße hoch winkt mir Doris zu, Werner Kroer schließt zu mir auf. Wir kommen ins Gespräch. Vor dem Khevenhüller-Gymnasium wird wie wild getrommelt, alle Jahre wieder. Bei km12 steht Manuela mit Familie, zumindest mit jenem Teil, der nicht gerade läuft. Günther ist gerade auf seinem 50. Marathon unterwegs. Ein Thermometer zeigt 13°C.

Es geht weiter die Franckstraße rauf, bis wir rechts abbiegen in die Füchselstraße, leichtes Gefälle bis unter der Eisenbahn durch. In der Heizhausstraße sind wir bei km14, leichter Anstieg und Gegenwind. Kurz danach auf der Wiener Straße eine große Labestelle. Die Marathonis werden die nächsten sieben km ein zweites Mal laufen. Es geht wieder Richtung Innenstadt. Nach dem Bulgariplatz, km15, bin ich seit 1h28 unterwegs. Vorbei am „il teatro“, gegenüber war da früher einmal der Frachtenbahnhof, nun ist da eine neue Wohngegend.

Km16, vorbei am großen Barbara-Friedhof und an anderer Stelle wieder unter der Eisenbahn durch. Das Wetter könnte kaum besser sein, die ½Marathonis werden noch keine Temperaturprobleme bekommen.

Dinghoferstraße, Live-Musik in der Elisabethstraße, vorbei am schönen Landesmuseum Francisco-Carolinum, 1895 eröffnet. Schon alleine das Haus ist sehenswert außen und besonders innen das Treppenhaus.

Nächste große Labe beiderseits der Strecke an der Rückseite der Oberbank-Zentrale.

Die Halbmarathonis habe nur mehr 3km und nehmen Cola. Dann geht’s leicht bergauf in den Graben, vorbei am Pfarrplatz. Medaillendekorierte ¼Marathonis sehen zu, applaudieren, die schnelleren der Halbmarathonis sind schon in der Ziellabe, 1h50 sind seit dem Start vergangen. Am Graben muss ich stoppen, der rechte Fussballen meldet eine beginnende Blase. Den Schuh fester geschnürt und es geht weiter.

Km19, dann Hessenplatz, vor dem Park-Inn wieder Live-Musik, die Humboldtstraße runter. Rechts in die Goethestraße, 300m, rechts in die Landstraße und ich bin auf der Zielgeraden. Zwischen brutto und netto sind es bei mir 1’53, wenn der Sieger tatsächlich Streckenrekord schaffen sollte könnte es knapp werden und der überrundet mich. Das will ich vermeiden. Die nächsten paar 100m laufe ich zwischen Straßenbahnschienen auf Kopfsteinpflaster, mein rechter Fussballen schmerzt etwas.

Über mir höre ich einen Hubschrauber, der schnellste Läufer kann nicht mehr weit sein. Die Zuseher drängen sich an den Absperrungen, keiner will den Sieger versäumen. Walter und Ingrid jubeln mir zu und er knipst, mit Hartl Hans klatsche ich ab.

Am Taubenmarkt müssen die Marathonis links abbiegen, eine Läuferin mit roter Nummer kommt mir entgegen, die hätte zum HM-Ziel geradeaus weiterlaufen müssen und weiß es mittlerweile.

Rauf die Promenade, Radovan steht links und knipst, Rechts plötzlich ein mords Jubel, Evis Freundinnen feuern mich an: Edith, Edda, Renate, Ulli und Margit. Eigentlich sind sie ja auf Ullis Geburtstagsfeier, die Feier ist offenkundig nicht an einen fixen Ort gebunden. Ich laufe direkt in die zweite Staffelwechselzone, dann wird es ruhiger.

Nach knapp 2h05 habe ich die erste Hälfte absolviert. Das ist schnell genug, um vom späteren Sieger nicht überrundet worden zu sein. Durch die vielen Staffeln ist am zweiten Streckenteil mehr los als ich erwartet hatte, ich bin angenehm überrascht. Vorbei an der Konditorei Jindrak deren Schanigarten gut besucht ist.

Rechts nun der neugotische Mariendom, weiter zum Auerspergplatz. Ein Motorradfahrer mit Kameramann hinten drauf braust am Volksgarten an mir vorbei. Der ist wohl dem schnellsten Läufer voraus gefahren, der nun mit 2:09:06 im Ziel ist. Den Streckenrekord hat er damit um anderthalb Minuten verfehlt. Vorbei am Neuen Musiktheater, zu 97% ausverkauft, ganz schön beachtlich.

Es geht abermals unter der Westbahn durch, leichter Anstieg und ich freue mich auf km23. Bei dieser Labe treffe ich auch immer „alte“ Bekannte, Sportler und Sportlerinnen vom ASKÖ. Darunter eine, die mich vom letzten Gerhard-Hartmann-Vortrag kennt.

Es geht ihnen gut, mir auch. Verdünntes Powerade für mich, Flasche auffüllen.

Von der Wiener Straße geht es rechts in die Unionstraße, Gegenverkehrsbereich. Der 4h15-Pacer kommt von hinten, fast an selber Stelle wie 2015, ich bleibe einen km dran. Der 3h59-Pacer kommt uns entgegen. Mit im Pulk der vorhin erwähnte Günther und Andreas Bettingen, der vom heutigen Marathon einen Bericht auf marathon4you.de veröffentlichen wird. Er wird heute während des Rennens mehr als 600 Fotos machen!

Mein Ziel ist heuer unter 4h30, denn im Vorjahr bin ich hier für mich enttäuschende 4h31 gelaufen, aber das mit Kamera und nur eine Woche nach dem Marathon in Rotterdam.

U-turn auf der Unionstraße und wieder stadteinwärts. Ich überhole Ambros der mit der grünen 277 unterwegs ist. Bevor es für mich wieder in die Wiener Straße geht begegnet mir Markus, der Marathonneuling mit dem ich vor ein paar Tagen ein Interview in den Räumen der OÖN hatte. Er winkt mir zu, er ist gut drauf der Bursche, das freut mich.

Das km26 Schild dann wieder auf der Wiener Straße, Stärkung noch vor km27 beim ÖAMTC. Kurz vorm Wasserwald läuft Werner wieder zu mir auf, die nächsten km machen wir gemeinsam, die 4h15er-Fahne noch in Sichtweite vor uns. Km 29, wenn wir auf den 4h15er pro km 1 min verlieren, sind wir immer noch unter 4h30 im Ziel.

Weiter durch den Wasserwald. Wir Läufer sind weitgehend unter uns, Zuseher kaum welche. Bei km30 wieder ein paar junge Schrebergartler auf Campingsesseln. Bei der 30km-Marke nach 3h02 netto ist Werner zwei Schritte vor mir. Die wenigen Zuseher hier geizen nicht mit Aufmunterungen.

Südlichster Streckenteil im Stadtteil Kleinmünchen, km31. Es genießen die Sportler vom ASKÖ die Mittagssonne bei einem Glas Bier, ich hingegen greife beim Cola zu das eine Spur zu warm ist. „Noch 10km!“, ruft mir einer zu. Musik-Powerzone am Ende des Wasserwalds, auf die freue ich mich jedes Jahr, toller Sound. Raus aus dem Wasserwald, die Dame im Erdgeschoßfenster erkennt mich, sehen wir uns heute bereits das fünfte Jahr in Folge. Sie winkt mir zu.

In der Schumannstraße gibt es keinen Schatten, die paar Höhenmeter gehe ich. Als ich die paar Gehschritte einlege werde ich von einem „Konkurrenten“ angefeuert, jetzt ja nicht schlapp zu machen. Keine Angst, das kriegen wir schon hin.

Km 35,3, der letzte Staffelwechsel, kurz darauf die erste Labestelle, wo ich heute bereits einmal war. Weiter zum Bulgariplatz, die Geher werden immer mehr, es ist wärmer geworden, aber weiterhin durchaus erträglich. Insgesamt bin ich mit dem Wetter sehr zufrieden.

Da sind Günthers Mädels wieder, Stefanies Kamera schießt Fotos im Sekundentakt. Manuela meint, ich könnte Günther noch erwischen. Wenn wo ein bisschen Schatten ist, nutze ich den auch. Die Live-Musik an der Kreuzung Dinghoferstr./Harrachstr. ist auch alle Jahre ein Genuss.

Erneut beim Francisco-Carolinum macht Max Karlsböck von AUT.fit einer Dame die Eskorte. Da der Schuhtyp (querliegende Rollen als Sohle) Cloudsurfer den er soeben benutzt mir heute früh von einem Sportsfreund empfohlen worden ist „bringt 1 km/h“ frage ich ihn, was er davon hält: Er ist begeistert davon.

Ich selber schwöre seit Jahren auf Brooks Adrenaline GTS.

Km38, bei der letzten Labe in der Fabrikstraße nehme ich einen Schluck Wasser und verdünntes Powerade in meine Flasche. Der Boden pickt, da ist einiges verschüttet worden in den letzten Stunden.

Hinter der Ziellabe am Pfarrplatz erhalten wir etwas Applaus. Ich versichere Werner, dass wir die sub 4h30 bereits im Sack hätten, da kann nichts mehr schief gehen. Als wir beim Nordico sind sehe ich Günther weit vor uns auf Höhe der Harrachstraße. Wenn ich ihn erwische laufe ich mit ihm ins Ziel, ist ja heute sein 50. Marathon.

In der Neustadt nach dem Hessenplatz, 2km vor dem Ziel bekomme ich türkisches Mineralwasser angeboten. Danke, ich habe noch.

Km41 und rechts in die Zielgerade, Fredi und Birgit feuern mich an, ich fühle mich gut. Das müsste heute meine persönliche Jahresweltbestleistung werden. Am Martin-Luther-Platz werde ich von der ORF-Bühne herab angefeuert. Die Landstraße weiter, standen die Zuseher vor gut zwei Stunden hier noch dicht gedrängt, haben sie nun viel Platz. Die, die noch da sind, sind aber sehr interessiert und sparen nicht mit Applaus, wegen der Startnummern wissen sie auch wie wir heißen.

Den Mädchen ist das Schwingen der Pompoms nun vergangen, das wird auf Dauer auch anstrengend. Das Ziel ist nahe, Taubenmarkt, durch die Schmidtorgasse, endlich der Hauptplatz. Siggi und Manuela haben den halben gemacht und jubeln mir von der Tribüne aus zu. Günther erwische ich nicht mehr vor der Ziellinie. 4h22 brutto zeigt die Uhr. Ich bekomme meine Finishermedaille – ein goldener 15er – und treffe auf Günther am Weg zur Ziellabe, als er sich mit meiner Frau unterhält. Dann kommen auch die anderen Geburtstag feiernden Damen dazu, schick sind sie und bester Laune.

Andreas und Judith tauchen auf, sie haben mich beim Zielsprint geknipst.

Gerhard Wally, Helene und Heidi Riepl sind da, Harald ist so wie Günther bisher alle 15 Linz-Marathons gelaufen und hat schon einen Becher Bier. Ich bekomme einen Schluck. Da wo noch Bier gezapft wird, ist mir der Andrang zu gross. Die vielen Staffelläufer scheinen recht durstig zu sein. Aber gut, dass wir sie am zweiten Streckenabschnitt dabei hatten.

Hinterher bekomme ich noch ein Finisher-Shirt in XL, auch wenn das Mädchen glaubt, L würde mir passen. Tut es aber nicht. Eine halbe Mehlspeise und ab ins FitnessStudio um ein paar Längen gemütlich zu kraulen.

Wie ich hinterher erfahre konnte Philip nach seiner Verletzungspause doch starten und ist mit seiner Zeit beim HM recht zufrieden. Birgitta wollte durchkommen und das ist sie, wie zuvor die frisch verheiratete Manuela unter ihrem neuen Namen. Und Siggis Waden machten ihm auch keine Schwierigkeiten.

Unsere private Zielversorgung haben wir Dank Evi bei uns daheim.

Meine Zielzeit gibt es am Sonntag noch nicht, wie bei vielen anderen auch. Am Montag
Abend taucht mein Name mit etwas Verspätung dann doch in der Ergebnisliste auf.

 

Sieger

1. Edwin Koech (KEN) 2h 09min 06sec

2. Duncan Koech (KEN) 2h 11min 18sec

3. Felix Kimotei (KEN) 2h 12min 28sec

 

Siegerin

1. Halima Beriso (ETH) 2h 38min 13sec

2. Jasmina Ilias (CRO) 2h 54min 05sec

3. Lucie Klimesová (CZE) 3h 09min 44sec

4. Anna Panholzer (AUT) 3h 13min 31sec

über 900 Marathonfinisher

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Startgeld Marathon € 52,- bis 85,- für Golden Runners 10% billiger

inkl. Pastaparty für Golden Runners

Funktions-Finishershirt in neuem Design für die Marathonis

ca. alle 5km Tränken mit Römerquelle, Powerade, Coca-Cola, Bananen

sehr gute Zielversorgung

147 positive Höhenmeter,

130 negative Höhenmeter