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Weltcup in Zauchensee 2016

Elisabeth „Lizz“ Görgl kam top-motiviert nach Altenmarkt Zauchensee zurück, wo sie 2014 ihre bislang letzte Weltcup-Abfahrt gewonnen hat Die Vorfreude steht ihr ins Gesicht geschrieben: Lizz Görgl hat bereits am Dienstagabend das ÖSV-Teamhotel „Scheffer“ in Altenmarkt bezogen, um sich akribisch auf eine Premiere im „Audi FIS Ski World Cup“ vorzubereiten. „Eine Sprintabfahrt bin ich noch nie gefahren, ich bin schon sehr gespannt und freue mich darauf“, sagte die „Grande Dame“ im österreichischen Damenteam. OK-Vizepräsident Michael Walchhofer zählt Görgl zum engsten Kreis der Favoritinnen, auch wenn deren Saison bisher nicht ganz nach Wunsch verlaufen ist. „Ja, der Saisonstart war nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Zum Teil bin ich sehr schnell, wie etwa in Lake Louise, dann passiert mir wieder ein Riesenfehler, und alles ist beim Teufel“, erklärt die temperamentvolle Läuferin.

Wenn sie nun an den „Tatort“ ihres letzten Abfahrtstriumphes (11. Jänner 2014) nach Altenmarkt Zauchensee zurück gekehrt ist, dann will Lizz Görgl aus diesem Teufelskreis ausbrechen. Und wieder einmal ganz oben stehen auf dem Siegertreppchen. Diesen Glücksmoment hat sie zuletzt am 21. Dezember 2014 im Super-G von Val d`Isere erlebt, das Jahr 2015 ist ohne Sieg zu Ende gegangen. Mit knapp 35 Jahren (am 20. Februar feiert Lizz Geburtstag) ist die gebürtige Steirerin übrigens ein paar Jahre älter als ihre ÖSV-Kolleginnen, die vor der Saison 2015/16 ihre Karriere beendet haben: Nicole Hosp (Jahrgang 1983), Andrea Fischbacher (Jg. 1985) und Kathrin Zettel (Jg. 1986).

„Aufhören“ war für Görgl überhaupt kein Thema, im Gegenteil. „Rennfahren macht mir nach wie vor einen Riesenspaß, umso mehr, wenn mir eine geile Fahrt gelingt“, meint Görgl, die niemandem mehr beweisen muss, dass sie zu den besten ÖSV-Läuferinnen aller Zeiten zählt. Sie hat 2011 WM-Gold in Abfahrt und Super-G gewonnen, 2010 Olympia-Bronze in Abfahrt und Riesentorlauf, 2009 WM-Bronze in der Super-Kombination und sieben Weltcuprennen (3 Super-G, je 2 Mal Abfahrt und Riesentorlauf). „Ja, ich bin schon sehr zufrieden mit meiner Karriere. Aber ich will mir selbst noch was beweisen.“

Nämlich, dass sie fähig ist, die große Speed-Dominatorin der vergangenen Jahre, Lindsey Vonn, zu fordern. Lizz Görgls Kampfansage an die US-Amerikanerin in Altenmarkt Zauchensee – erst bei der Sprintabfahrt am Samstag in zwei Durchgängen, dann im Super-G am Sonntag. Verleiht ihr der Gedanke an den Sieg vor zwei Jahren einen besonderen Kick? „Ich hoffe es, denn ich habe sehr schöne Erinnerungen an die Strecke, auf der wir oft trainiert haben. Sie liegt uns Österreicherinnen! Es gibt hier ein paar tückische Kurven und man muss wissen, wie man die anfährt.“ Lizz Görgl lächelt verschmitzt – denn sie glaubt es zu wissen!