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Verletzung beim Sport oder akut im Alltag: Was tun bei Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen sind ein großes Problem. Nicht nur aufgrund der Schmerzen an sich. Die Auswirkungen von Rückenschmerzen betreffen den gesamten Bewegungsapparat und können diesen im schlimmsten Fall blockieren. Im Alltag wie auch bei sportlichen Aktivitäten kann dies zu großen Einschränkungen führen. Doch was lässt sich tun bei Rückenschmerzen? 

Welche Art von Rückenschmerzen liegt vor? 

Um Rückenschmerzen erfolgreich behandeln zu können, ist es wichtig zu wissen, was Rückenschmerzen überhaupt sind. Dabei handelt es sich im Grunde genommen um alle Schmerzen, welche im oberen, mittleren und unteren Rückenbereich auftreten. 

Unterschieden wir dabei zwischen  

  • radikulären Rückenschmerzen: Diese Art der Rückenschmerzen finden ihre Ursache im Bereich einer gereizten Nervenwurzel. Die Schmerzen folgen dabei dem Verlauf des Nervs und können dabei in den Arm ausstrahlen. Hinweisgebend auf diese Art der Rückenschmerzen sind begleitende Missempfindungen wie zum Beispiel ein Kribbeln im Arm. 
  • pseudoradikulären Rückenschmerzen: Nicht-Radikuläre bzw. pseudoradikuläre Schmerzen sind dem radikulären Schmerzbild ähnlich. Es treten allerdings keine Missempfindungen auf. Auch verläuft der Rückenschmerz nicht entlang eines Nervs. 

Mögliche Ursachen im Überblick 

Die Ursachen für Rückenschmerzen sind vielfältig und können sowohl körperlicher als auch psychischer Natur sein. Mögliche Gründe für Schmerzen im Rückenbereich können beispielsweise sein: 

  • zu wenig Bewegung 
  • Muskelverspannungen 
  • zu schwache Rücken- und Bauchmuskulatur 
  • Übergewicht 
  • Verschleißerscheinungen (Wirbelsäule) 
  • Bandscheibenvorfall oder -entzündung 
  • eingeklemmter Nerv 
  • Probleme der Wirbelkörper 
  • Nervenentzündung 
  • Durchblutungsstörung im Rückenmark 
  • Schleudertrauma 

Auch Zugluft kann zu Rückenschmerzen führen. 

Achtung: Akute Rückenschmerzen können chronisch werden. In diesem Fall kehren die Rückenbeschwerden immer wieder oder halten länger als sechs Wochen durchgehend an. 

Behandlung 

Für die Behandlung von Rückenschmerzen gibt es verschiedene Maßnahmen. 

  1. Medikamente 
    Die erste Maßnahme im Fall von akuten Rückenschmerzen ist meist eine medikamentöse Therapie mit Schmerzmedikamenten. Der Vorteil hierbei liegt in der Schmerzlinderung, wodurch körperliche Bewegung wieder ermöglicht wird.
  2. Natur- und Hausmittel 
    Auch abseits der Schulmedizin finden sich wirksame Mittel gegen Rückenschmerzen wie beispielsweise Wurzelextrakte zum Einnehmen in Tablettenform oder Salben zum Einreiben aus Arnika, Kampfer oder Thymian. Als Hausmittel haben sich entspannende Wärmebehandlungen bewährt. 
  3. Alternative Therapien 
    Dieser Bereich umfasst unterschiedliche Behandlungen, die nicht zur Schulmedizin zählen wie Akupunktur, Homöopathie oder auch Osteopathie. 
  4. Körperliche Bewegung 
    Die beste Medizin bei Rückenschmerzen ist und bleibt Bewegung. Sie löst Muskelverspannungen und das schon bei normalen Alltagstätigkeiten. Große Anstrengungen sollten bei schmerzenden Rücken allerdings dennoch vermieden werden. Besser sind regelmäßige Spaziergänge, Schwimmen, Radfahren. 
  5. Manuelle Therapie 
    Die manuelle Therapie, auch bekannt als Chirotherapie, setzt auf die Beseitigung von Druckstellen im Nervenbereich und das Einrenken von Wirbeln, wenn es um Rückenschmerzen geht. 
  6. Physiotherapie 
    In der Physiotherapie kommen Krankengymnastik, Kälte- und Wärmebehandlungen, Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation und Rückenschule zum Einsatz und versprechen Linderung der Beschwerden. 
  7. Operation 
    In besonders schweren Fällen, zum Beispiel bei starken Bandscheibenschäden, welche nicht anders behoben werden können, ist eine Operation die einzig wirksame Maßnahme. Eine Operation sollte jedoch stets gut überdacht sein, da jede Operation mit einem gewissen Risiko verbunden ist. 

Vorsorge gegen Rückenschmerzen 

Wie bei vielen Erkrankungen heißt es auch bei Rückenschmerzen: „Vorsorge ist besser als Nachsorge“. Mit einigen Veränderungen im Alltag kann Rückenschmerzen wirksam vorgebeugt werden. 

  • Gewichtsreduktion - Übergewicht kann Rückenschmerzen fördern 
  • langes Sitzen meiden, ebenso Überbelastung - beides belastet Bandscheiben, Nacken und Wirbelsäule 
  • mehr bewegen - Bewegungsmangel erhöht die Gefahr von Rückenbeschwerden 
  • vor allem im Büro auf einen ergonomischen Arbeitsplatz und eine gerade Sitzposition achten 
  • Fitnessübungen für einen gesunden Rücken stärken die Rücken- und Bauchmuskulatur und sorgen so für weniger Rückenschmerzen 

Doch es gibt noch einen weiteren wichtigen Punkt, wenn es um Vorsorge gegen Rückenschmerzen geht: die Matratze 

Matratze gut, Rücken gut 

Die richtige Matratze ist die Grundlage für einen schmerzfreien Rücken. Denn nur auf einer guten Matratze  

  • kann sich die Muskulatur entspannen 
  • werden die Knochen optimal gestützt 
  • können sich die Bandscheiben regenerieren 

Wichtig zu wissen: eine wirklich gute Matratze verfügt über unterschiedliche Zonen und eine gute Punktelastizität. Wird auf dem Rücken gelegen, sollte der Po etwas einsingen. Handelt es sich um einen Seitenschläfer, sollen das Becken und die Schultern so in der Matratze einsinken, dass die Wirbelsäule eine gerade Linie aufweist. 

Ebenfalls wichtig ist das Kissen. Denn auch die Nackenwirbel sollten auf Höhe der Wirbelsäule sein. Nur so werden Rückenschmerzen und Nackenschmerzen verhindert und ein erholsamer Schlaf garantiert. 

Achtung! In einem Doppelbett sollte auf getrennte Matratzen geachtet werden. Denn jeder Mensch ist in seinem Körperbau individuell und bedarf deshalb einer eigens für ihn passenden Matratze inklusive passenden Lattenrost. 

Matratzen sind in unterschiedlichen Härtegraden erhältlich. Hier gilt: lieber härter als zu weich. Doch Vorsicht: die Härtegrade bei Matratzen sind nicht genormt! Deshalb unbedingt vor dem Kauf probeliegen. 

Tipps beim Sport 

Sport ist wichtig für die Gesundheit des Menschen. Und hilft zudem bei Rückenschmerzen. 

  • Muskelverhärtungen werden gelöst 
  • Rücken- und Bauchmuskulatur werden gestärkt 
  • Stress wird abgebaut 
  • durch gestärkte Muskeln werden die Gelenke entlastet 
  • durch die verstärkte Atmung während des Sports wird die Durchblutung - auch in den Muskeln - verbessert und Verspannungen dadurch gelöst 
  • Kalorien werden verbrannt und dadurch nach und nach Gewicht reduziert 

Wichtig ist dabei, die richtige Sportart zu wählen. Rückenfreundliche Sportarten sind zum Beispiel 

  • Nordic Walking 
  • Rückenschwimmen 
  • Kraulschwimmen 
  • Fahrrad fahren 
  • Tanzen 
  • Yoga 

Auf Brustschwimmen sollte bei Rückenschmerzen verzichtet werden, da dabei ein Hohlkreuz gebildet und auch der Nacken stark beansprucht wird. 

 

Abbildung 2: Schmerzmittel gehören zur Akuttherapie gegen Rückenschmerzen. 
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Abbildung: @ Jessica7191 (CC0-Lizenz) / pixabay.co)

Fazit 

Rückenschmerzen können jeden treffen und den Alltag stark beeinträchtigen. Durch Sport, einer geraden Sitzposition und vor allem einer guten Matratze kann Rücken- wie auch Nackenschmerzen vorgebeugt werden. 

Rückenschmerzen sind lästig und schmerzhaft, müssen jedoch nicht einfach so hingenommen werden. Es gibt zahlreiche Möglichkeitendiese zu behandeln. Ob medikamentös, durch Naturheilmittel, Physiotherapie oder schlichtweg körperlicher Bewegung, es gibt für jeden Menschen die richtige Heilmethode bei Rückenschmerzen. Wichtig ist nur, nicht in eine Schonhaltung oder „Bewegungsfaulheit“ zu verfallen. Denn gerade Bewegung dient zur Vorsorge wie zur Behandlung von Rückenschmerzen gleichermaßen.