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Sport mit Pinky

Manchen Menschen traut man Sport einfach nicht zu. So ging es mir mit meiner Freundin Lilly. Lilly hat immer schon gegen ihr Gewicht gekämpft und irgendwie war ihr schon klar, dass viel essen und wenig Bewegung nicht dazu führen, dass man im Sommer im Bikini gut ausschaut.

Also wollte ich Lilly überreden, mit mir zu laufen. So dreimal die Woche. Lilly selbst war begeistert. Allerdings hatte sie ein Handicap und das nennt sie Pinky. Pinky ist Lillys höchst persönlicher Schweinehund. Pinky muss immer da sein, wo Lilly ist. Pinky kann ganz schlecht allein bleiben, nur in der Nähe von Lilly ist er glücklich. Aber er mag keinen Sport. Dann hängt sich an Lillys Beine und sie kommt kaum noch voran. Als Besitzer von zwei temperamentvollen Hunden habe ich meinen eigenen Schweinehund schon früh erziehen müssen, denn Hunde und Schweinehunde verstehen sich überhaupt nicht. Deshalb lief ich also munter los und Lilly wurde immer langsamer. Ich trieb sie an, schimpfte und lockte. Keine Chance. Pinky wollte nicht laufen und Lilly musste aufgeben.

Zwei Wochen später hatte Lilly Geburtstag. Wir, ihre Freunde, restaurierten ein altes Rennrad und montierten vorn einen Korb an. Für Pinky. Symbolisch setzten wir ein kleines rosa Stoffschwein mit frechem Grinsen hinein Und Lilly nutzte die Chance und fuhr tatsächlich von da an täglich Rad und sie hatte wochenlang vorn das Schwein sitzen, dass sie hämisch auslachte. Lilly erzählte uns später, dass sie von da an das Gefühl hatte, ständig den inneren Feind vor Augen zu haben, der sie auslachte.

Das alles ist zwei Jahre her. Lilly hat 15 kg abgenommen und fährt längst ein hochmodernes Rennrad. Sie hat am letzten Wochenende ihr erstes großes Rennen gefahren und mit dem 2. Platz beendet. Wir standen an der Ziellinie und haben ihr zugejubelt. Vor lauter Begeisterung hätte ich es fast übersehen. An ihrem Lenker flatterte ein kleines rosa Band.