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Skiweltcup Zauchensee 2016

Foto: Veranstalter

Vor den Augen von Annemarie Moser, Salzburgs Wintersportlerin des Jahrhunderts, hat Lindsey Vonn am Samstag beim „Audi FIS Ski World Cup“ in Altenmarkt Zauchensee ihre 36. Weltcupabfahrt gewonnen – vor der Kanadierin Larisa Yurkiw und der ÖSV-Läuferin Cornelia Hütter. Die US-Amerikanerin hat damit den Rekord von Annemarie Moser mit 36 Abfahrtstriumphen eingestellt - und dafür spontan den verdienten Applaus von Salzburgs Skikönigin, die mit ihrem Enkel Elias auf der Tribüne stand, kassiert. Es ist ja kein Geheimnis, dass Moser von Lindsey Vonn fasziniert ist – von der sportlichen Leistungen genau so wie von der Persönlichkeit der US-Amerikanerin.

Dass Lindsey auch im Salzburger Land ein Liebling des Publikums ist, hat der Riesenapplaus der rund 6000 Zuschauer im Zielraum von Zauchensee bestätigt. Und bei der Siegerehrung im Zielraum freute sich Lindsey über Blumen und Champagner, überreicht von Annemarie Moser. „Das ist eine große Ehre für mich, Annemarie ist eine große Legende“, sagte die überlegene Siegerin. „Und Moser meinte: „Lindsey fährt wie auf Schienen, sie macht keinen Fehler.“

Mit Andrea Fischbacher hat eine zweite Salzburger Olympiasiegerin das Sprint-Spektakel im Zielraum beobachtet. „Lindsey hat im Training schon erahnen lassen, wozu sie hier fähig ist. Im Rennen hat sie sich noch gesteigert, wie immer. Aber auch unsere Mädels haben mir imponiert, speziell die Conny Hütter mit ihrer frechen Art und ihrer Lockerheit. Sie ist technisch stabiler geworden und kann jetzt noch besser umsetzen, was sie schon vorher gut gemacht hat. Conny hat auch an den Sprüngen gearbeitet. Mit Erfolg, wie man sieht.“  Petra Kronberger, die Dritte im Bunde der aus dem Salzburger Pongau stammenden Olympiasiegerinnen, hat als ÖSV-Frauenbeauftragte das Geschehen am Streckenrand verfolgt. „Ein spannendes Format, diese Sprintabfahrt in zwei Läufen. Zu Siegerin Lindsey Vonn kann ich nur sagen: Beeindruckend! Und wie die Namen Annemarie Moser und Lindsey Vonn mit je 36 Siegen auf der Anzeigetafel aufgeleuchtet haben, das hat mich auch sehr beeindruckt“, meinte Petra Kronberger.

Lindsey Vonn war eine Klasse für sich und hat schon im ersten Lauf einen Respektabstand von 91 Hundertstelsekunden auf die Kanadierin Larisa Yurkiw heraus gefahren. Drittschnellste war Tina Weirather vor ÖSV-Speed-Spezialistin Cornelia Hütter. Auch Nicole Schmidhofer hat als Sechste ihre starken Trainingsleistungen bestätigt, desgleichen die Salzburgerin Mirjam Puchner als Achte. Für die größte Überraschung im ersten Lauf hat die 21-jährige Salzburgerin Sabrina Maier aus Saalbach-Hinterglemm gesorgt – sie fuhr mit Startnummer 52 auf Rang 14. Die Pechvögel im 1. Lauf waren die Schweizerin Lara Gut, die mit toller Zwischenzeit an einem Tor vorbei fuhr, und die Norwegerin Lotte Smiseth Sejersted, die sich bei einem Sturz eine Verletzung des linken Kniegelenks zuzog.

Im zweiten Lauf demonstrierte Lindsey Vonn erneut ihre Ausnahmestellung und gewann mit einer Gesamtzeit von 2:11,17 Minuten vor Larisa Yurkiw (2:12,17) und ÖSV-Spitzenläuferin Cornelia Hütter. Um sie anzufeuern, waren die Fans mit zwei Bussen angereist, sie hatten ihr Kommen nicht zu bereuen, ganz im Gegenteil. Das volle Risiko, das sie eingegangen sind, wurde zwei ÖSV-Läuferinnen zum Verhängnis. Erst stürzte  Ramona Siebenhofer, dann Mirjam Puchner, zum Glück blieben beide ebenso unverletzt wie die Liechtensteinerin Tina Weirather, die an einem Tor vorbeiraste. Und Sabrina Maier konnte ihren starken Auftritt vom 1. Lauf nicht ganz wiederholen. „Sie wollte zu viel“, analysierte Salzburgs Landesskiverbands-Präsident Bartl Gensbichler. Den Namen Sabrina Maier, die auch sehr gut im Riesentorlauf fährt, wird man sich merken müssen. ÖSV-Alpin-Sportdirektor Hans Pum war sehr zufrieden, dass sich acht Österreicherinnen für die Top-30 im zweiten Lauf qualifiziert hatten. „Die Piste war perfekt, die Organisation auch, das Wetter hat mitgespielt. Ein schönes Skifest“, meinte Hans Pum. Ein Lob, das man in Altenmarkt Zauchensee gerne hört!