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Schweizer Premieren-Triumph bei der Rad WM in Innsbruck-Tirol

Foto: Innsbruck-Tirol 2018 / Bettini Photo

Der Schweizer Marc Hirschi hat beim Straßenrennen der U23-Fahrer bei der UCI Straßenrad WM 2018 seinem Land die erste Goldmedaille in dieser Kategorie beschert! Mit einer beherzten Attacke im Finale verwies er den Belgier Lambrecht und den Finnen Hänninen auf die Plätze. Bester Österreicher wurde der Salzburger Marcel Neuhauser auf Rang 28.

Bei der UCI Straßenrad WM 2018 in Innsbruck stand heute das Straßenrennen der U23-Fahrer auf dem Programm. Bei strahlendem Sonnenschein und vor rund 75.000 Zuschauern warteten zwischen Kufstein und Innsbruck schwere 179,7 Kilometer mit 2.910 Höhenmetern auf die Fahrer. Nach der Anfahrt nach Innsbruck über Gnadenwald mussten noch vier Runden auf der Olympiarunde absolviert werden. Gleich nach dem Start in Kufstein setzte sich der Kanadier Nickolas Zukowsky vom Feld ab, er wurde vor Innsbruck aber wieder gestellt. Das Rennen wurde immer schneller und das Hauptfeld immer kleiner. In der zweiten Runde setzte sich auch der Salzburger Marcel Neuhauser gut in Szene, er konnte sich mit drei Konkurrenten aber nicht entscheidend absetzen. 

Schweizer Express attackiert
Im Laufe der zweiten Runde verblüfften die Schweizer Athleten, als sie sich bei der Abfahrt nach Igls zu viert vom Feld absetzen konnten. Drei weitere U23-Fahrer schafften den Anschluss. In der folgenden Runde zerfiel durch das hohe Tempo die Spitzengruppe. Dort formierte sich mit dem Schweizer Patrick Müller und dem Ukrainer Mark Padun, heuer Etappensieger der letzten Tour of the Alps-Etappe in Innsbruck, ein Duo. Dahinter bildete sich eine rund 15 Mann starke Verfolgergruppe. Wenige Kilometer vor der letzten Zieldurchfahrt machten sich der Ire Eddie Dunbar und der Schweizer Gino Mader auf die Verfolgung des Führungsduos. Beim letzten Anstieg auf der Olympiarunde änderte sich alles dramatisch. Hirschi, Lambrecht und Hanninnen holten die Spitzenfahrer ein und fuhren gleich vorbei. Dann bei der Abfahrt das gleiche Bild wie zwei Runden zuvor: Hirschi attackierte bergab und fuhr rasch mehr als zehn Sekunden heraus. Den Vorsprung gab er bis ins Ziel nicht mehr ab und siegte souverän! Im Sprint um den zweiten Platz setzte sich der Belgier Bjorg Lambrecht gegen den Finnen Jaakko Hänninen knapp durch. Der Schweizer Gino Mader holte den undankbaren vierten Platz, bescherte damit aber der Schweiz ein starkes mannschaftliches Ergebnis. 

Der 20-jährige Marc Hirschi, heuer bereits U23-Europameister, feierte in Innsbruck den größten Erfolg seiner noch jungen Karriere: „Es war unglaublich! Wir waren heute das stärkste Team und fuhren von Beginn an offensiv. In der zweiten Runde sorgten wir bei der Abfahrt für die Vorentscheidung im Rennen. Das war so nicht geplant, aber es hat sich ergeben und ist voll aufgegangen. Ich war immer in der richtigen Gruppe und hatte zum Schluss noch die nötigen Kraftreserven! Es ist absolut verrückt!“

Schwarzer Tag für Felix Gall
Der Osttiroler Felix Gall, 2015 Junioren-Weltmeister, war die große rot-weiß-rote Hoffnung. Er kam über Rang 63 nicht hinaus „Leider habe ich einen rabenschwarzen Tag erwischt. In der dritten Runde verlor ich den Anschluss“, sagte Gall, der bei der Siegerehrung seinem Teamkollegen Marc Hirschi zujubelte: „Das taugt mir voll, dass Marc Weltmeister wurde! Wir verstehen uns super. Leider verlässt er uns im nächsten Jahr zu den Profis.“ Der Salzburger Marcel Neuhauser wurde als bester Österreicher 28. mit 4:57 Minuten Rückstand: „Ich bin absolut zufrieden mit meiner Leistung. Leider lief es bei Felix nicht nach Wunsch. Ich habe einmal attackiert und war top-motiviert. Die Stimmung in Innsbruck und an den Anstiegen war der Wahnsinn - wie bei der Tour de France!“ Während Mario Gamper das Rennen nicht beendete, kam sein Tiroler Teamkollege Benjamin Brkic als 68. ins Ziel.