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Keine leichte Aufgabe für Linus Heidegger im Massenstart

Foto: Peter Maurer/ÖESV

Der Massenstart im Eisschnelllauf feiert seine Premiere am vorletzten Tag der Olympischen Winterspiele in PyeongChang. Zum ersten Mal wird dieser spannende Bewerb ausgetragen, in dem bis zu 16 Athleten gleichzeitig am Oval unterwegs sind. In dieser jungen Disziplin gibt der 22-Jährige Linus Heidegger sein Debüt. Er hat es mit guten Weltcupleistungen, wie einem fünften Platz in Calgary, in das Feld der 24 Athleten geschafft. Damit ist der Österreichische Eisschnelllauf Verband (ÖESV) nach einer Pause von 20 Jahren wieder mit einem männlichen Teilnehmer bei den Winterspielen vertreten.

"Ich freue mich schon auf meinen Einsatz. Die Stimmung bei den Spielen ist richtig super und genauso wie ich es mir erwartet habe. Die Trainingseinheiten waren gut und ich fühle mich fit. Für das Rennen muss jetzt nur noch die Taktik aufgehen", berichtet Heidegger aus PyeongChang. Die Olympische Atmosphäre hat der Innsbrucker seit den Kindheitstagen aufgesogen, ist er in den Wohnungen des Olympischen Dorfes aufgewachsen. Vor einem Monat feierte der 22-Jährige seinen ersten Weltcupsieg in der Kategorie U-23 in Innsbruck.

Gute Erinnerungen an Südkorea

Der Langstreckenspezialist konnte auch im Massenstart schon aufzeigen und hat an Südkorea gute Erinnerungen. Am 23. November 2014 wurde er beim Weltcup in Seoul Vierter in dieser Disziplin, als 18-Jähriger. Damals nur geschlagen von Andrea Giovannini, Harald Silovs und Seung-Hoon Lee. Und auf genau diese Herren trifft Heidegger auch im ersten Semifinallauf der Herren.

Im Massenstart werden 16 Runden bei Herren und Damen gelaufen. In der ersten Runde übernimmt der bestgesetzte Athlet die Tempoarbeit. Dieser darf auch nicht überholt werden, ehe das Rennen vom Referee mit einem Schuss eröffnet wird. Alle vier Runden (4, 8, 12) gibt es jeweils einen Zwischensprint bei dem Punkte vergeben werden für die drei schnellsten Läufer. (5-3-1). Auch im Zielsprint gibt es wieder für die Top-3 Punkte (60-40-20). Abgerechnet wird dann nach Punkten. Bei Gleichheit zählt dann die bessere Zielzeit. Vor allem auf die richtige Taktik und das beste Timing bei den vielen Ausreißversuchen wird es ankommen.

Schwere Auslosung

Das Feld der 24 Athleten ist bei Olympia aufgeteilt. Über ein Halbfinale können sich jeweils die acht besten jedes Heats für das Finale qualifizieren. Auch hier werden 16 Runden gelaufen. Die Zeit zwischen den beiden Läufen ist sehr kurz und für die Finalqualifikation werden mindestens ein erster oder zweiter Platz in einem der Zwischensprints oder eine Top-3-Platzierung im Zielsprint notwendig sein. Keine leichte Aufgabe für Linus Heidegger, der in seinem Heat gegen viele Medaillenkandidaten läuft.

Mit Lokalmatador Seung-Hoon Lee hat er den Weltmeister von 2015 als direkten Konkurrenten. Der Südkoreaner möchte vor heimischer Kulisse im Finale die Goldmedaille erobern. Er gewann zwei der drei Massenstart-Weltcups in dieser Saison. Das dritte Rennen in dieser Disziplin wurde vom Italiener Andrea Giovannini gewonnen. Auch zwei Medaillengewinner der letzten WM, Alexis Contin aus Frankreich und Oliver Jean aus Kanada wurden in das erste Halbfinale gelost. Der Lette Harald Silovs ist als ehemaliger Short Tracker ein gefährlicher Außenseiter und die Goldhoffnungen der Niederländer ruhen auf Koen Verweij. Im Finale könnte er mit Sven Kramer auf einen besonderen Helfer zählen, wenn sich beide für den Endlauf qualifizieren.

Kein Start von Vanessa Herzog

Aufgrund einer Erkrankung verzichtet die EM-Bronzemedaillengewinnerin in dieser Disziplin, Vanessa Herzog, auf die Teilnahme am Halbfinale der Damen. Nach erfolgreichen Spielen geht ihr Blick schon in Richtung der Sprint-Weltmeisterschaften, die eine Woche nach den Olympischen Winterspielen in Changchun in China stattfinden.