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Hohe Tauern Trophy - Österreichische Meisterschaften im Skibergsteigen 2015

Foto: Willi Seebacher

Am kommenden Samstag, den 21. März, finden am Lienzer Zettersfeld die Österreichischen Meisterschaften im Individual statt - der Königsdisziplin der Skibergsteiger. Das komplette ÖSV-Nationalteam kämpft dabei in der Schobergruppe unweit des Großglockners um Edelmetall. Ab dem nächsten Jahr soll auch die internationale Skibergsteigerelite zu Gast in Osttirol sein, der Organisator der Hohe Tauern Trophy will Weltcupstatus erreichen.

Am Samstag um 8:30 Uhr beginnt für die besten heimischen Skibergsteiger die Individual-Meisterschaft bei der Talstation Steinermandl-Bahn auf 1.812 Metern. Danach folgt die 8,4 Kilometer lange und mit 1.512 Höhenmeter gespickte Strecke mit sechs Aufstiegen und sechs Abfahrten. Die Kletterpassage auf das Schoberköpfl im Debanttal wurde vom Veranstalter rausgenommen. "Das heißt auf der gesamten Strecke wird kein Steigeisen oder Hüftgurt benötigt", sagt Organisator Silvester Wolsegger.

Hört man sich nach den Favoriten für Meisterschaftsgold um, kommt fast durchwegs der Name Martin Weißkopf. Der 23-jährige Prägratener Lokalmatador hat sich in dieser Saison zum besten heimischen Athleten gemausert. "Wenn er nicht gewinnt, wäre es eine Bombenüberraschung. Auch wenn Martin am vergangenen Wochenende die viertätige Pierra Menta in den Beinen hat", sagt Wolsegger. Die Pierra Menta gilt als "Tour de France" der Skibergsteiger, tausende Zuschauer säumen die Strecken. Mit seinem Partner Jakob Hermann, der für die ÖM am Zettersfeld auch zu den Goldfavoriten zählt, belegte er unter 400 Startern den tollen 12. Platz. Tolle Ergebnisse holte Weißkopf in dieser Saison auch mit dem neunten Platz bei der Zweier-Weltmeisterschaft gemeinsam mit Daniel Zugg, dem zehnten Platz beim Sprint-Weltcup in Marmotta und der elfte Platz gemeinsam mit Jakob Hermann bei der Pierra Menta. Und einer der absoluten Höhepunkte in dieser Saison war der vierte Platz von Weißkopf bei der Transcavallo im Belluno, eines der traditionsreichsten 2er-Teamrennen, wo er mit dem Italiener Felippo Beccari startete, Die Nationalteam-Athleten Johannes Walder aus Kartitsch und Philipp Brugger aus Sistrans komplettierten das tolle Abschneiden der ÖSV-Sportler mit dem sechsten Platz.

Zu den Medaillenanwärtern neben dem Salzburger Jakob Hermann zählt auch der Tiroler Alexander Fasser, der im Vorjahr alle ÖM-Goldmedaillen gewann, in dieser Saison aber nicht so in Schuss kam. Ebenso die Nationalkaderathleten Daniel Zugg aus Vorarlberg, der Tiroler Philipp BruggerJohannes Wallner aus Salzburger und der Oberösterreicher Daniel Rohringer.   

Skibergsteigen ist im Aufwind

Im Vorjahr wurde der Askimo in den Österreichischen Ski-Verband eingegliedert. "Das war sicher ein richtiger Schritt, vor allem in Richtung Professionalisierung. Aber Länder wie Spanien, Italien und die Schweiz haben uns hier einiges voraus, die liegen sicher 20 Jahre vor uns. Sie haben Vollprofitum und in manchen Tälern Italiens und in Frankreich zählt das Skibergsteigen zu den populärsten Sportarten. Dort gibt es auch Nachwuchs en Masse. Wir wurden für die Rennen heuer vom ÖSV mit Masseuren und einem eigenen Bus ausgestattet", sagt Martin Weißkkopf, der noch betont: "Die Dichte im internationalen Skibergsteigen hat sich in den letzten Jahren massiv gesteigert."

Ziel: Weltcup in Osttirol

Hinter den Kulissen arbeitet Hohe Tauern Trophy-Organisator Silvester Wolsegger an einem ganz großen Coup: Der Weltcup im Skibergsteigen - mit einem Individual- und Sprint-Rennen - soll nach Österreich und Osttirol zurückkehren. "Wir werden am Wochenende Gespräche mit dem ÖSV führen und sind guter Dinge, dass uns dieses Vorhaben gelingen wird", sagt Wolsegger.