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Babsi Haas im Interview: „Ich bin dankbar, weil ich das machen kann, was mir Spaß macht!“

Foto: Privat

Barbara „Babsi“ Haas ist eine junge österreichische Tennisspielerin. Sie will sich langsam aber sicher unter den besten 100 der Welt etablieren. Sie läuft für ihr Leben gern den gelben Filzkugeln nach und möchte aufgrund Ihres Ehrgeizes und Ihrer Zielstrebigkeit bald ihre Ziele erreichen. Da sie noch sehr jung ist, hat sie noch viel Zeit. Wir baten die Oberösterreicherin zum Gespräch.

Babsi, jedes Jahrzehnt hat seine ÖTV–Heldinnen. Und immer hat eine den gleichen Vornamen wie Sie. Da das neue Jahr sehr jung ist, wollen wir von Ihnen wissen, was Sie sich für das 2018 wünschen, rein sportlich wie privat?

Privat bin ich wunschlos glücklich. Ich wünsche mir, dass es so bleibt. Allgemein ist das Ziel, mein Spiel bestmöglich weiterzuentwickeln und mich – rein von der Weltranglistenposition – unter den besten 100 zu klassieren. Das ist mein großes, erstes Ziel.

Sowohl Barbara Paulus als auch Barbara Schett überzeugten durch Ehrgeiz und ein großes Kämpferherz. Was verbindet Sie mit diesen beiden rot-weiß–roten Tennispersönlichkeiten, oder kann man, zumal beide eine andere Generation verkörpern, keine Parallelen ziehen?

Ich weiß nicht, ob es außer der Tatsache, dass wir den gleichen Vornamen teilen und aus Österreich sind, Parallelen gibt.

Im Herrentennis reden alle von Dominic Thiem. Er ist in den letzten zwei, drei Jahren zu einem konstanten Spieler geworden, der vorne mitmischen kann. Von den Damen hört man nicht so viel. Was muss alles passieren, dass Ihnen der „sprichwörtliche Knopf“ aufgeht und dass sie sich über kurz oder lang, fangen wir klein an, in den Top-50 etablieren und langfristig festsetzen können?

Es geht für mich darum, stets an meiner Entwicklung zu arbeiten, gut zu trainieren und bestmögliche Leistungen zu zeigen. Dann ist es hoffentlich nur eine Frage der Zeit, bis der „Knopf“ aufgeht.

Trainiert man eigentlich anders, wenn ein Gran-Slam-Turnier oder ein normales Turnier auf dem Programm steht? Können Sie für uns einen kleinen Blick in Ihre Trainingseinheiten und Pläne werfen?

Unabhängig vom Turnier bereitet man sich immer ähnlich vor. Dass die Vorbereitung auf dem entsprechenden Turnierbelag stattfindet, ist natürlich selbstverständlich (lacht). Jetzt geht für mich nach den Hartplatz-Turnieren auf Sand weiter.

Ausdauer, Kraft, Ehrgeiz, … welche Eigenschaften sind für eine junge und aufstrebende Tennisspielerin wie Sie noch wichtig, um erfolgreich zu sein? Und was fehlt noch, um mit den ganz Großen Ihrer Zunft á la Simona Halep, die Williams-Schwestern oder Angelique Kerber mithalten zu können… Die Rivalinnen auf dem Platz kochen bekanntlich auch nur mit Wasser…

Davon gehe ich auch aus. Ich habe bestimmt in allen Bereichen Verbesserungspotential. Daran arbeite ich. Dann wird sich zeigen, ob man mittelfristig mithalten kann. Das ist aber auf jeden Fall das Ziel!

Was machen Sie nicht, wenn Sie einmal nicht an den Aufschlag, Doppelfehler, Netzattacken, gelbe Filzkugeln, Einstand, Tie-Break und andere fachbezogene Vokabeln aus dem Tenniswörterbuch denken, und welche Werte, für die Sie gerade stehen und die es sich lohnt, zu kämpfen, sind Ihnen auf zwischenmenschlicher und sportlicher Ebene maßgeblich?

Wenn man mal nicht Tennis im Kopf, dann macht man ganz „normale“ Dinge. Dazu gehören die Familie und Freunde. Dass es zwischenmenschlich gut funktioniert und dass mann einander vertrauen kann, ist mir sowohl im privaten als auch in meinem tennisbezogenen Umfeld sehr wichtig. Das ist keine Selbstverständlichkeit, und dafür bin dankbar.

Bleibt das Fazit: Haben Sie ein Lebensmotto, das sie zu der ehrgeizigen und zielstrebigen, ja sympathischen Tennisspielerin gemacht haben, die Sie sind? Wer hat es das erste Mal zu Ihnen gesagt, und aus welchem Grund ist, wenn man diesen Sinnspruch beherzigt und ansatzweise nach ihm lebt, der Sport so etwas wie die beste Lebensschule, die man sich vorstellen kann?

Ehrgeizig und zielstrebig, so glaube ich, bin ich tatsächlich – sympathisch hoffentlich auch. Ich bin vor allem dankbar dafür, dass ich jeden Tag das machen kann, was ich am liebsten mache! Ich versuche stets, das Bestmögliche aus allem zu machen, aber parallel dazu alles zu genießen.

Danke für das Interview!

Interview: Andreas Raffeiner